iPads: Geräte für die Schule?
Von Beat Döbeli Honegger | 10.August 2010
Bereits im März 2010 vor dem Erscheinen der realen Geräte hat Christian Neff seine Schülerinnen und Schüler gefragt, ob sie ihr iPhone gegen ein iPad tauschen würden.
Nun sind die Geräte verfügbar und ich teste seit etwas mehr als zwei Monaten ein Exemplar. Ein erstes Zwischenfazit dieser Erprobung ist auf meinem privaten Weblog nachzulesen. Hier die meiner Ansicht nach schulrelevanten Aspekte:
In Bezug auf die Eignung für die Schule scheint es mir relevanter, einzelne Eigenschaften des iPads und ihre jeweiligen Chancen und Gefahren für Schulzwecke darzustellen, als das konkrete Produkt iPad auf Schultauglichkeit zu untersuchen. Dabei fokussiere dabei insbesondere auf die Primarschultauglichkeit.
- Instant-On: Eine Eigenschaft, welche das iPad mit Handhelds und Smartphones teilt: Ein Knopfdruck und das iPad ist betriebsbereit. Kein Booten, kein spürbares Aufwachen aus dem Standby. Was nach einem kleinen, technischen Detail klingt, hat meines Erachtens grosse Auswirkungen auf die Einsatzmöglichkeiten im Unterricht: Ein Kurzeinsatz von 3 Minuten oder gar 30 Sekunden ist effizient, man verliert nicht wertvolle Zeit bis das Gerät ansprechbar ist.
- Multitouch und Lagesensor: Durch das Multitouch-Interface und den Lagesensor wird die Nutzung direkter: Ich benötige weder Tastatur noch Maus und ich führe meine Finger dorthin, wo etwas geschehen soll. Mit solchen Interfaces kann aus den Lehrplänen der Punkt “Kann mit der Maus navigieren und klicken” bereits wieder gestrichen werden, bevor er überhaupt überall eingeführt wurde. Bereits Zweijährige können bestens mit dem Touchscreen umgehen.
- Multitouch, Lagesensor und fehlende Tastatur: Mir ist aufgefallen, wie oft das Gerät in den letzten zwei Monaten in kleinen Gruppen genutzt worden ist, sei es in Sitzungen, privat mit Freunden oder wie bereits oben erwähnt durch eine Gruppe Kinder. Unter anderem scheinen mir Multitouch, Lagesensor und fehlende Tastatur die Nutzung in Gruppen zu fördern: Alle können mit dem Finger manipulieren, der Lagesensor erlaubt ein Neuausrichten des Bildschirms durch leichtes Neigen des Geräts und mit dem Fehlen einer Tastatur fällt auch gleich die “richtige” Nutzungsposition weg.
Ich bin mir noch nicht sicher, ob bis zur sechsten Klasse das Fehlen einer Hardware-Tastatur ein Problem darstellt, oder ob die bei Bedarf vorhandene Softtastatur nicht ausreicht. - Laufzeit: Als iPhone-Akku-Geschädigter ist die Batterielaufzeit des iPad mit 10h Dauernutzung natürlich umwerfend. Für die Schule heisst das: Wenn die Geräte morgens geladen sind, braucht es den ganzen Tag keinen Stromadapter.
- Geräuschlosigkeit: Kein Lüfter, keine Festplatte, kein Lärm. Was bereits bei einem einzelnen Gerät sowohl zuhause als auch in Sitzungen angenehm ist, gilt erst recht in einem 1:1-Setting.
- App-Store als einzige (legale) Installationsmöglichkeit für Software: Die auf einer einer abstrakteren bildungs- und gesellschaftspolitischen Ebene problematische Gatekeeper-Funktion (siehe den älteren Beitrag Ist das geschlossene, proprietäre iDevice-System sinnvoll für Schulen?) der Firma Apple, welche abschliessend darüber entscheiden kann, welche Software auf dem iPad laufen darf und welche nicht, erleichtert den konkreten Schulbetrieb natürlich schon: Derzeit sind weder Viren noch sonst bösartige oder systemschädigende Programme im Umlauf (oder zumindest fast keine…). Bereits Primarschulkindern kann somit das Recht erteilt werden, selbst Programme zu installieren, ohne dass in der Folge gleich das ganze System neu aufgesetzt werden muss.
Schulfazit: Für mich stellt das iPad ein derzeit guter Archetyp eines Gegenkonzepts zu Notebooks und Netbooks dar. Die technischen Details und Gerätetypen werden sich weiterentwickeln, aber als Näherung könnte ich mir durchaus eine Zweiteilung vorstellen: Handheld-Tablets Geräte für die Primarschule, Net- und Notebooks mit Hardwaretastatur (und Multitouch…) ab Sekundarstufe I.
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Die Projektschule über den Wolken
Von Beat Döbeli Honegger | 14.Juli 2010
Auf dem Weg an die PLE – Konferenz in Barcelona habe ich im Flieger das Schweizer Computermagazin anthrazit zur Hand genommen, welches im Flughafen Zürich auflag. Etwa über dem Genfersee bin ich dann beim Artikel Internet und E-Learning in der Schule angelangt:

Ein Interview mit Corinne Schmidt und Nadja Dober aus der Projektschule in Goldau
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The PLE Conference 2010
Von Beat Döbeli Honegger | 8.Juli 2010
English: At the moment I’m attending The PLE Conference 2010 in Barcelona.This morning I presented the iPhone-project at the conference in the session about mobile personal learning environments:

For those interested, you can download the paper or have a look at the slides.
Deutsch: Derzeit bin ich an der Konferenz namens The PLE Conference 2010 in Barcelona. Heute morgen habe ich das iPhone-Projekt vorgestellt. Da ich auch die Adresse dieses Weblogs angegeben habe, verweise ich hier nun auf das entsprechende paper und die Folien.
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Was Besuch aus dem Ausland erstaunt
Von Beat Döbeli Honegger | 24.Juni 2010
Das iPhone-Projekt stösst auch im Ausland auf reges Interesse. Bereits mehrfach wurde das Projekt von ausländischen Gästen besucht, so z.B. im April 2010 von einer Delegation der Pädagogischen Hochschule Steiermark (Österreich):

Die Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland sind meist sehr gespannt darauf zu sehen, wie denn nun mit iPhones unterrichtet wird. Meist bleibt aber ihre Aufmerksamkeit an ganz anderen Aspekten hängen, nachdem sie das Schulhaus betreten haben. So fragte ausländischer Besuch schon ganz erstaunt, wann denn die Pause zu Ende sei und die Schülerinnen und Schüler ins Klassenzimmer zurückkehren würden. Sie konnten unsere Antwort, sie befänden sich gerade mitten im Unterricht – nämlich im Wochenplanunterricht - fast nicht glauben, denn bei Ihnen wäre es undenkbar, dass Schulkinder während des Unterrichts das Klassenzimmer verlassen dürften – aus Gründen der Aufsichtspflicht. Aus einem ähnlichen Grund war ein anderer Besuch sehr erstaunt: Der Klassenlehrer liess ein Schulkind auf eine Leiter steigen, um etwas oben aus einem Schrank zu holen: Undenkbar im Herkunftsland des Besuchs.
So nehmen Schulbesuche aus dem Ausland oft prägende Eindrücke mit nach Hause, die vordergründig gar nichts mit dem Einsatz von iPhones zu tun haben. Es geht unter anderem um die Erkenntnis, dass Schule durch gesellschaftliche, politische und administrative Rahmenbedingungen mitgeprägt wird.

Auch für uns sind diese Besuche sehr wertvoll, denn sie öffnen uns die Augen für Aspekte des Projekts, die für uns selbstverständlich sind. Die beiden genannten Episoden zeigen mir, dass das iPhone-Projekt in einem Umfeld möglich ist, wo von verschiedenen Seiten Vertrauen entgegengebracht wird: Von der Gesellschaft der Schule, von der Schule dem Lehrer, vom Lehrer den Schülerinnen und Schülern und von den Eltern der Schule, dem Lehrer und den eigenen Kindern. Und das ist vermutlich wichtiger als das iPhone.
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Besuch der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz
Von Beat Döbeli Honegger | 24.Juni 2010
Das Thema einer möglichen Gesundheitsgefährdung der Kinder der iPhone-Klasse begleitet das Projekt seit Beginn. Dabei steht insbesondere der Aspekt der Strahlenbelastung im Vordergrund, andere Aspekte wie Bewegungsmangel oder Suchtgefahr werden aber ebenfalls diskutiert. Bezüglich Strahlenbelastung haben wir sowohl in der Planungs- als auch in der Umsetzungs- und Einführungsphase zahlreiche technische, organisatorische und pädagogische Massnahmen getroffen (Details hier).
Bereits Ende 2009 hat uns auch die Arbeitsgruppe elektromagnetische Felder des Vereins Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) kontaktiert und sich für das iPhone-Projekt interessiert. Im April 2010 fand ein Schulbesuch und eine anschliessende Diskussion von AefU-Vertreterinnen mit dem Projektleiter, dem Klassenlehrer, dem Schulleiter und dem zuständigen Schulinspektor statt. Die Projektleitung stellte die Ziele und Absichten des Projekts sowie die getroffenen Präventionsmassnahmen vor, die Vertreterinnen der AefU machten auf mögliche Gesundheitsprobleme und unterbreiteten diesbezügliche Optimierungsmöglichkeiten. Beide Seiten zeigen sich zum Schluss des Gesprächs zufrieden mit den gewonnen Erkenntnissen und betonten die Wichtigkeit solcher Austausche. Keine Einigkeit liess sich jedoch bei der Gewichtung von Chancen und Potenzialen eines solchen Projekts finden.
In ihrem Brief im Anschluss an den Schulbesuch findet die Arbeitsgruppe elektromagnetische Felder lobende Worte für das Projekt:
Sehr geehrter Herr Döbeli,
wir möchten uns herzlich bedanken, dass Sie uns Einsicht in das iPhone-Projekt gewährt haben. Wir konnten spüren, wie viel Herzblut Sie als Projektleiter und Herr Neff als Klassenlehrer in das Projekt einbringen und wie liebevoll und ernsthaft die Kinder durch dieses Projekt geführt werden. Sie haben uns gezeigt, dass die SchülerInnen und Schüler Ihres iPhone-Projektes kompetent gelernt haben den Kleincomputer didaktisch geschickt zu nutzen, dass medienpädagogischen Themen durch die Praxisnähe vermittelt werden können und dass die Kinder vorbildlich instruiert werden, ihr iPhone strahlenreduziert zu nutzen. Hiefür möchten wir Ihnen ein herzliches Kompliment aussprechen.
Gleichzeitig wies die Arbeitsgruppe aber auch nochmals auf die mögliche Gefährdung durch elektromagnetische Strahlung hin und verwies auf entsprechende Empfehlungen der Arbeitsgruppe:
Die AefU würde es sehr begrüssen, wenn die Aspekte Gesundheits- und Umweltverträglichkeit in der Schul-ICT miteinbezogen würden. Sowohl auf baulicher Ebene (Verkabelung, Abstand, Schlitzkabel) als auch bei der Auswahl der Geräteschaft (zB tiefer SAR-Wert, TCO-Normen) und der Gerätenutzung und in der Unterrichtsgestaltung liegt ein grosses Potential die Feldbelastung zu minimieren und auch Energie zu sparen.
Weiterführende Informationen:
- Arbeitsgruppe elektromagnetische Felder mit detaillierten Informationen zu rechtlichen und wissenschaftlichen Aspekten von elektromagnetischen Strahlen in der Schweiz
- Brief der Arbeitsgruppe elektromagnetische Felder der AefU (PDF) im Anschluss an den Besuch an der Projektschule Goldau (April 2010)
- Elektrosmog im Schulalltag (PDF): Broschüre der Arbeitsgruppe elektromagnetische Felder der AefU
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iOS 4
Von Christian Neff | 21.Juni 2010
Auch die iPhone-Klasse freut sich heute auf das Update zum iOS4. Da wir aber das 3G haben, werden die Änderung wohl nicht so gross sein. Die Schülerinnen und Schüler bloggen freiwillig über das Update auf einer Wordpress-Seite.
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Schulalltag
Von Christian Neff | 17.Juni 2010
Der Schlafphasenwecker meines iPhones weckte mich heute wieder viel zu früh, aber das Aufstehen gelingt einfach besser, wenn man nicht in einer Tiefschlafphase vom Wecker erwischt wird. Das Programm “Sleep Cycle” wurde mir von einem Schüler empfohlen – er nutzt es auch.
Auf dem Weg in die Schule werfe ich einen Blick auf die Statusmeldungen der Schülerinnen und Schüler.
Es ist unschwer zu erkennen, dass das gestrige 1:0 gegen Spanien an der WM alle bewegt hat. Dank den Statusmeldungen erfahre ich oft, was die Kinder so interessiert oder was sie beschäftigt. Schon manch gutes Gespräch ist dadurch entstanden. Unterwegs werden natürlich auch noch die Mails kurz gecheckt und das 20Min kurz kontaktiert.
In der Schule eröffne ich einen neuen Wordpress-Blog, auf welchem die Schüler über die Neuerungen des iOS4 ab Montag berichten sollen, anschliessend bereite ich den Wochenplan der nächsten Woche vor.
Ein Viertelstunde vor Schulbeginn mahnt mich eine Erinnerung auf dem iPhone, doch noch ins Lehrerzimmer zum morgendlichen Kaffee zu gehen.
Nach dem ersten Läuten der Schulglocke gehe ich ins Zimmer zurück und werde von stolzen Schweizern empfangen – viele erzählen von ihren Erlebnissen während und nach dem Match, einer zeigt mir stolz ein Video der Huptour durch unser Dorf nach dem Natisieg. Einer zeigt mir eine Karrikatur zum Match, die er am Morgen heruntergeladen hat:
Es gäbe wohl noch viel zu erzählen, aber Wochenplanarbeit steht an und da muss ich die Schüler kaum zur Arbeit mahnen – es ist ihre Zeit und die wollen sie nutzen. Zwischen dem Erklären und Korrigieren mache ich einen kurzen Rundgang: einige arbeiten im Heft, andere schreiben am PC einen Text (und einer schaut gerade auf dem iPhone-Duden ein Wort nach), mehrere lernen Französischvokabeln, einige machen Kopfrechnen am iPhone. Eine Schülerin hört einen französischen Text auf dem iPod und löst die Übung dazu im “Cahier d’exercices”. Vor dem Schulzimmer liest ein Schüler einen Text, um ihn mit dem Voicerecorder aufzunehmen und anschliessend an mich zu mailen. Eine Schülerin übt das aktuelle Diktat via Podcast und ich ermahne sie, dass Einzelarbeiten nicht im Gruppenraum gelöst werden sollen.
Dazwischen synchronisiere ich immer wieder iPhones, denn ich möchte für den Launch des iOS4 am Montag gerüstet sein – wir sind alle gespannt, was für ein “altes” 3G noch herausschaut.
Auf einem Elternbrief, den ich archivieren muss, hat eine Mutter noch eine Frage hingeschrieben: “Ich gehe davon aus, dass du für die Kontrolle zuständig bist.” Ich überlege, wie ich nun der Mutter mitteilen soll, dass das so i.O. ist. Soll ich ein SMS schreiben, sie anrufen, auf den Zettel schreiben und den morgen wieder zurückverlangen? Die Schülerin hat die Idee: “Schreiben sie es hin, ich mache ein Foto und zeige es meiner Mutter.” Perfekt – das gibt für mich keine Arbeit!
Der Wecker läutet und mahnt uns, das Schulzimmer zu wechseln (Handarbeit und Werken steht an). Die halbe Klasse geht in ein anderes Schulhaus, die anderen mit mir in den Werkraum. Dort spielt das iPhone kaum eine Rolle. Ich bin aber erstaunt, dass keiner auf die Idee kommt, die Lösung für die Aufgabe (Auto mit Parallelsteuerung) zu googeln. Bald läutet es zur Pause, einige checken noch schnell die Emails und gehen dann nach draussen. Das iPhone bleibt wie immer drinnen. Nach der Pause arbeiten alle intensiv an der Arbeit, am Ende werden noch einige Arbeiten fotografiert, damit sie zu Hause gezeigt werden können.

Es läutet, die meisten gehen nach Hause, aber einige bleiben noch und zeigen sich die neuesten Apps. Heute speziell zur WM. Dank den Schülerinnen und Schülern lerne ich viele Apps kennen, die ich auch brauchen kann. Das tolle daran ist: sie suchen fast ausschliesslich kostenlose Programme. Drei Schüler spielen noch ein virtuelles Fussballspiel – die Schweiz gewinnt mehrmals hochaus (wenn das nicht ein gutes Omen ist).
Nachdem alle gegangen sind, entdecke ich zwei iPhones in der Ladestation. Einige lassen die Geräte jeweils im Schulzimmer – manchmal sogar über das Wochenende! Nach dem letzten Wochenende zeigte mir einer sein iPhone und sagte verschmitzt: “Schauen sie mal, was passiert, wenn man das iPhone hier lässt.” Er hatte elf Anrufe in Abwesenheit. Das ist ja unspektakulär, aber sein Umgang damit schon: Er wollte gar nicht wissen, wer es war, sondern begann am Wochenplan zu arbeiten. Ich könnte das nicht.
Nach dem Mittag treffen wir uns unüblicherweise im Nachbardorf. Ein Kind weiss nicht mehr genau wo und fragt mich per WhatsApp. Ich sende gleich allen eine Stecknadel (Ort auf der Karte) per Mail. Alle waren dort.
Auf dem Weg nach Arth proben wir den Wurf mit dem im Werken hergestellten Bumerang. Einige kriegen es nicht so gut hin und wissen nicht genau, wie die Haltung und Stellung beim Wurf ist. Ich sende ihnen dann noch ein Bild mit den Wurfpositionen und Korrekturmassnahmen.
In Arth besuchen wir die Galerie Meier und schauen die Ausstellung von meinem ehemaligen Zeichnungslehrer Franz Bucher an. Er ist begeistert, wie die Schüler die Bilder fotografieren und wie sie den Auftrag erfüllen. Anschliessend stellt sich der Künstler einem Interview, welches ich mit den Schülern am Vortag vorbereitet habe. Es sind fünf offene Fragen und die Antworten entsprechend ausführlich. Die Kinder werden dieses Interview nächste Woche niederschreiben – wir haben das bereits einmal mit einem fingierten Interview geübt. Damit sie sich erinnern können, nehmen sie das Gesprochene auf – es sah etwa aus, wie an einer wichtigen Pressekonferenz …
Im Anschluss an die fünf vorbereiteten Fragen wollen die Kinder noch ganz viel wissen. Franz Bucher stellt fest, dass die Kinder ein rechtes Vorwissen über ihn zu haben scheinen. Ein Schüler klärt auf: “Ich habe sie eben heute morgen noch gegoogelt!”
Nachdem alle ins Gästebuch geschrieben haben, lobt Franz Bucher die Schüler überschwänglich, wie sie sich interessieren, wie anständig sie waren und wie toll sie seien. Ein Lob, das auch mir sehr gut getan hat! Nach einer kurzen Rückschau auf den Nachmittag entlasse ich die Kinder vor der Gallerie und sie dürfen alleine nach Hause gehen. Eine Schülerin mahnt alle noch, dass es gemäss Niederschlagsbild der Landi-App bald regnen könnte. Ein Schüler verkündet, dass Argentinien mit 4:1 führt, ein anderer beginnt gleich auf BlickTV live mitzuschauen (die haben das wirklich erst nach dem Gallerie-Besuch nachgeschaut!).
Ich habe anschliessend noch erfahren, dass einige das “Mama-Taxi” angerufen haben – werde das noch thematisieren müssen, denn ich finde, sie hätten ruhig laufen können! Schade, dass es Eltern gibt, die nicht merken, dass sie ihren Kindern mit diesem Gefallen eigentlich keinen Gefallen tun.
Unterwegs unterhalte ich mich mit einigen Schülern über Fussball, Orientierungslauf, den Europapark, die Brüche, die Schulverlegung und …. nicht über das iPhone. Als ich zu Hause ankomme, erhalte ich eine SMS eines Kindes, welches sich für den tollen Nachmittag bedankt. Später noch eines einer Schülerin, die mir vergessen hat zu sagen, dass sie morgen später in die Schule kommt, weil sie noch einen Zahnarzttermin hat.
Jetzt sitze ich da und schreibe dieses Posting. Es wirkt unwirklich, wie das iPhone in den Tagesalltag integriert ist. Manchmal kommt es mir fast etwas banal vor. Es ist kein Hype um das Gerät vorhanden, sondern es wird einfach eingesetzt, wo man es brauchen kann oder wo es Spass macht. Trotzdem scheint mir, dass die Kinder auch ohne das Gerät sein können. Ich glaube, da wächst eine Generation heran, die uns den Umgang mit digitalen Begleitern vorführt.
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Persönliche iPod Touch für Achtjährige
Von Beat Döbeli Honegger | 15.Juni 2010
Heute bin ich gleich auf zwei europäische Schulprojekte aufmerksam gemacht worden, bei denen persönliche Handhelds vom Typ iPod Touch zum Einsatz kommen:
- Peter Sykora in Wien (Zeitungsartikel)
- Peter Barrett in England (Weblog-Posting mit Video:)
Diese Projekte zeigen, dass wir auch in Europa nicht komplett alleine mit unseren Ideen sind und dass sich persönliche Handhelds bereits bei Achtjährigen sinnvoll nutzen lassen. Ich freue mich auf den Austausch mit verwandten Projekten!
(Danke für die Hinweise an Peter Micheuz und Beat Küng)
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Regionaljournal Zentralschweiz besucht iPhone-Klasse
Von Beat Döbeli Honegger | 18.Mai 2010
Das Regionaljournal Zentralschweiz von Schweizer Radio DRS interessierte sich für die Erfahrungen der Projektschule Goldau nach 9 Monaten mit persönlichen iPhones. Michael Zezzi hat darum am Montagmorgen nach den Frühlingsferien die Klasse 5c besucht und daraus einen zehnminütigen Radiobeitrag gemacht. Darin kommen Schülerinnen und Schüler, der Klassenlehrer sowie der Projektleiter zu Wort.
P.S.: Im Beitrag wird nur Schweizerdeutsch gesprochen. Ein besonderer Genuss für ausländische Zuhörerinnen und Zuhörer
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Update: Am Samstag, den 22.05.2010 und Sonntag, 23.05.2010 wurde in der Sendung Regional – Diagonal eine dreiminütige Kurzversion des Beitrags gesendet.
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Kunst mit iPhone
Von Gisela Neff | 29.April 2010
Das Bildnerische Gestalten verbrachte ich mit der Klasse in der Galerie Meier in Arth. Die Bilder des Wiener Malers Awad Krayem haben die Schüler sofort fasziniert (Diese Ausstellung dauert übrigens noch bis 8. Mai 2010).
Aus der, auf den ersten Blick ungegenständlichen Malerei in verschiedenen Farbtönen mit meist einer dominierenden Grundfarbe, entwickeln sich beim genauen Betrachten Figuren. So entdeckt man z.B. in einem Bild ganz viele Ziegen und in einem anderen Gemälde kommen Menschen zum Vorschein. Raffiniert, abstrakt und doch sehr lebendig.
Nach dem Austausch von den verschiedenen Eindrücken und Vorlieben, gab ich den Kindern den Auftrag, ihr Lieblingsbild zu fotografieren und mit Hilfe des Programms “Color Magic Deluxe” auf ihrem iPhone zu verändern, bzw. die für sie wichtige Details hervorzuheben. Diese Arbeit machte allen Spass und die Auseinandersetzung mit der Arbeit des Künstlers war dadurch viel intensiver.
Hier ein paar Beispiele zur Ansicht:
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