iPhone oder iPad

Die Berichterstattung rund um das iPad hat auch einige meiner Schülerinnen und Schüler interessiert und wir haben in der Folge darüber gesprochen. Ein klasseninterne Umfrage ergab, dass die Hälfte der Schülerinnen und Schüler ein iPad gegenüber dem iPhone bevorzugen würden, wenn sie denn wählen könnten. Es war eine interessante Diskussion über die Vor- und Nachteile der beiden Geräte. Hier eine Liste der meistgenannten Punkte:

iPad-Befürworter

  • es hat grössere Tastatur
  • es ist so dünn
  • Fotos kann man auch mit der Kamera machen und mit dem Connector aufs iPad laden
  • alle Apps (ausser Tel und SMS) laufen auf dem iPad auch
  • man müsste zwar mehr tragen, aber das würde sich lohnen
  • man kann besser E-Mails und Texte lesen
  • man kann Fotos grösser anschauen
  • es hat einen grösseren Bildschirm
  • es ersetzt das iPhone und das Laptop – man muss kein schweres Laptop tragen und hat trotzdem einen grossen Bildschirm
  • man kann die Spiele gross spielen
  • wenn man es verliert, kann man es leichter wieder finden
  • man kann Bücher darauf lesen
  • es ist schneller

iPhone-Befürworter

  • das iPad ist zu gross
  • man kann mit dem iPad nicht telefonieren
  • auf dem Pult hätte das iPad keinen Platz
  • man braucht zum Transportieren einen Koffer oder Rucksack
  • das iPad hat  keine Kamera
  • das iPhone kann man einfacher nach Hause nehmen
  • im Notfall könnte ich damit Hilfe holen

Interessant an der Diskussion fand ich, dass die iPad-Befürworter tendenziell die Vorteile des neuen Geräts hervorhoben und die iPhone-Befürworter die Nachteile des iPads gegenüber “ihrem” iPhone. Wir kamen aber zum Schluss, dass es sehr schwierig sei, sich für das eine oder andere Gerät zu entscheiden. Mir ginge es auch so, denn auf beiden Seiten kann ich Vor- und Nachteile für den Unterricht ausmachen. Aus dem Bauch heraus würde ich momentan dem iPhone wegen seiner kompakten Grösse eher den Vorrang geben.

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9 Antworten auf iPhone oder iPad

  1. Dirk Küpper sagt:

    Einen weiteren wichtigen Vorteil der für das iPad spricht (wenn die Verlage mitmachen würden) ist das man alle Schulbücher auf einem Gerät hat. Diese würde man sozusagen nie wieder vergessen können oder sich damit abschleppen!

  2. Ein Schüler hat sich gestern Abend nochmals mit der Frage beschäftigt und folgendes geschrieben:

    Das iPad…
    …hat für mich Vorteile und Nachteile im Gegensatz zum iPhone. Mit dem iPhone kann man fotografieren, telefonieren, SMS senden usw.
    Das hat das iPad alles nicht. Dafür hat das iPad einen viel grösseren Bildschirm. So kann man alle Apps grösser erleben.
    Fotografieren kann ich auch mit meiner Kamera und danach über den Computer aufs iPad laden.
    Telefonieren kann man ja auch mit dem Festnetz-Telefon zu Hause, und SMS kann man mit gewissen Apps auch auf dem iPad sowie auf dem iPhone.
    Das iPad mit einer Front-Cam wäre natürlich sensationell, dann könnte man auch noch Videochaten.
    Das iPad ist für mich wie ein kleiner Laptop mit virtueller Tastatur. So kann man natürlich sehr gut E-Mails schreiben und in grosser Auflösung Bilder anschauen.
    Ebenfalls hat es ein ganz neues iTunes und einen AppStore, der Ähnlichkeiten mit dem iTunes auf dem Computer und auf dem iPhone hat.
    Wie schon gesagt es gibt Vorteile und Nachteile.

  3. Danke für die Befragung, die ich sehr spannend finde, weil Deine Klasse derzeit die einzige ist, welche diese Frage aufgrund eigener iPhone-Erfahrungen in und ausserhalb der Schule beantworten kann.

    Die Antwort ist leider nicht so eindeutig ausgefallen, wie ich mir das gewünscht habe. Ich favorisiere nicht die eine oder andere Antwort. Aber eine einheitliche Stellungnahme der Klasse hätte die Geräteauswahl in zukünftigen One-to-One-Projekten (in Hamburg und anderswo ;-)) vereinfacht.

  4. Auch ich finde die Ergebnisse der Diskussion sehr spannend. Eindeutige Resultate, Beat, wird es natürlich in solchen Diskussionen nie geben. Zudem denke ich, dass die Antwort entweder iPhone oder iPad in der Schule sowohl als auch heissen wird. Abgesehen von Pilotprojekten, wo diese Geräte finanziert werden, werden die Lernenden künftig sowohl ein Mobiltelefon als auch ein Tablett haben. Ich persönlich gehe davon aus, dass die Tabletts die Notebooks verdrängen werden und somit vermutlich letztlich das iPad, Google Tablett, etc. das Rennen machen wird. Und zwar genau deshalb, weil künftig Lehrmittel zunehmends auf die Bildschirme wandern werden. Das Optimieren von Lernmaterialien für kleine Bildschirme ist letztlich auch aufwändiger. Hinzu kommt, dass auch das häppchenweise Lesen von Inhalten und das Erfassen von Zusammenhängenauf kleinen Bildschirmen oftmals zu lange geht. Man lese nur mal Goethes Faust auf dem iPhone 🙂

  5. Beat Döbeli Honegger sagt:

    Hmm, lesen die 5. Klässler tatsächlich schon Goethes Faust? Ich staune übrigens bei mir selbst, wie leicht mir das Lesen von Zeitungsartikeln (Tages Anzeiger) auf dem iPhone fällt. Somit habe ich noch keine abschliessende Meinung, ob Bildschirme heutiger Mobiltelefone für PrimarschülerInnen tatsächlich zu klein sind. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt auf die Aussagen aus der Projektklasse.

    Zukünftige Geräte: Mir ist noch nicht so klar, wie diese in Zukunft aussehen werden. Denkbar scheint mir auch, dass zukünftige Mobiltelefone zuhause und in der Schule an grosse Bildschirme oder Tablets angedockt werden, diese jedoch nicht transportiert werden. Unterwegs ist ja sowohl das Schulbuch als auch ein Tablet meist vermutlich nur ein überflüssiges Gewicht. Auch ein kleiner Projektor im Mobiltelefon ist ja bereits keine Vision mehr….

  6. Goethes Faust in der 5. Klasse – nein sicherlich noch nicht 😉

    Das Beispiel sollte jedoch lediglich aufzeigen, dass kleine Bildschirme einen grossen Nachteil beim Lesen längerer, komplexer Texte wie eben Goethes Faust haben. Und solche literarischen anspruchsvolle Texte gehören zum allgemeinen Kulturgut. Für das schnelle Lesen und Erfassen von Textzusammenhängen – egal auf welcher Schulstufe – ist es oftmals notwendig, den gesamten Text oder eine längere Textpassage im Blickfeld zu haben. Nur so gelingt es unseren Schüler/innen auch später anspruchsvollere Texte wie Bücher, Zeitungen, Verträge etc. zu lesen.

    Das iPhone bzw. Mobiltelefone sind immer nur in der Lage, einen Teil eines längeren Textes auf dem Bildschirm dazustellen. Längere Textpassagen müssen also häppchenweise serviert werden. Dies mag in der Schule problemlos sein, wenn es darum geht beispielsweise Wörter für Fremdsprachen zu lernen oder Rechnungen zu üben. Auch für das Surfen im Internet genügt dies. Beim Schreiben von E-Mails oder etwas längeren Texten kommt man wegen der begrenzten Übersicht schon an seine Grenzen. Auch in Zeitungen wie 20minuten mit Kurznachrichten ist das schon sehr gut gelöst. Oder auch bei literarischen Texten wie den Handyromanen von Oliver Bendel – Lucy Luder habe ich selber mit Genuss und ohne Probleme auf dem Mobiltelefon im Freien unter dem Kastanienbaum gelesen -; diese Texte mit kurzen Sätzen wurden aber speziell für Mobiltelefone geschrieben.

    Ich denke, dass es auch nichts nützt, wenn ich einen kleinen Projektor im Mobiltelefon habe. Das Problem mit den längeren und komplexeren Texten bleibt weiterhin bestehen. Auch für die Mathematik und anderen nicht-sprachliche Fächer müssen schnell Zusammenhänge (umfangreiche Berechnungen, Schaubilder, Versuchsanordnungen, etc.) erfasst werden können. Die Idee mit dem Andocken von grösseren externen Bildchirmen und Tastaturen scheint mir für unsere Schüler/innen keine Lösung zu sein. Ich brauchen die Schüler/innen im Endeffekt nämlich gleich drei Bildschirme und drei Tastaturen.

    Mein Zwischenfazit:
    Für das Lesen von längeren Texten und das Erfassen von komplexen Zusammenängen sind Mobiltelefone einfach wenig geeignet!
    Falls künfig Lehrmittel vermehrt in digitaler Form in den Schulen verwendet werden soll, dann brauchen wir nach wie vor grössere Bildschirme und deshalb sind das iPad bzw. andere Tabletts geeigneter als Mobiltelefone.

  7. Patrick Kolb sagt:

    Mit eurem iPhone-Projekt habt ihr bereits wesentliche Erfahrungen zur Nutzung solcher Geräte im Unterricht machen können. Der Mehrwert und die Chancen, aber auch die Tücken sind erkennbar.

    Ich würde mich freuen, wenn ich den Lernenden Übungen z.B. auf einem iPad zur Verfügung stellen könnte anstatt Teil der Schlange am Kopierapparat zu sein für etwas, dass dann eh im Altpapier landet. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten für Lernarrangements, die ich den Lernenden zur Verfügung stellen kann.
    Wie die interaktiven Wandtafeln bietet das iPad neue Möglichkeiten interaktiver Lern- und Übungsmöglichkeiten auf einer genügend grossen Fläche. Ganz abzusehen davon, wie Lehrmittel eine neue Bedeutung bekommen, indem ergänzend interaktive Inhalte gestaltet werden: Satzglieder auf dem iPad verschieben, Skizzen für die Geometrie erstellen, Flächen einfärben, Videosequenzen ergänzend zu einem Sachtext, … Die Lehrmittelverläge sind gefordert.
    Als Tücke sehe ich, dass das iPhone/iPad zu sehr auf die individuelle Lerntätigkeit fixiert. Hier sind die Lehrpersonen gefordert.

    Für mich ist das iPad für die Verwendung im Unterricht klar wegen seiner Grösse im Vorteil gegenüber dem iPhone. Hier wäre ein Vergleich aus der Sicht der Lernenden interessant.
    Klar kann ich einen Zeitungsartikel oder eine Buchseite auf dem Handy lesen. Ich kann mir aber keinen Überblick über einen grösseren Bereich verschaffen und mich auf der Suche nach einer Textstelle weniger effizient orientieren. Ich gehe da mit Martin Hofmann einig.
    Wir dürfen auch nicht vergessen, dass verschiedene Medien (z.B. sf, nzz, Radio DRS, …) Versionen fürs Handy oder Smartphone anbieten. Diese sind denn auch gezielt für den kleinen Bildschirm gestaltet.

    Wenn ein solches Gerät “Schule machen” soll, so muss es auch robust, intuitiv zu bedienen und darf technisch nicht anfällig sein.
    Wie sehen Sie das übrigens mit der Lebensdauer in der schnelllebigen Technikwelt? Lassen sich die Kosten für ein solches Gerät durch den Verzicht auf Kopien, Lehrbücher, etc. gerechtfertigen?

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