Sicherheit und Schutz durch KI?

Die App funktioniert als Tastatur, welche leider auch selten mal einfriert.

Zahlreiche Gefahren lauern im Internet, daher ist es allzu verständlich, dass wir versuchen, unsere Kinder zu schützen. Die Pro Juventute hat nun ein weiteres Angebot in dieser Richtung geschaffen und die WUP-App veröffentlicht. Die App verspricht, Kinder zu warnen und zu informieren. Einschränkungen macht sie letztendlich keine.

Die App beinhaltet gute Informationen.

So begrüssenswert ich den Ansatz grundsätzlich finde, die App schafft meiner Meinung nach eine trügerische Sicherheit. Sie meldet sich tatsächlich, wenn bestimmte Beleidigungen geschrieben werden und zwingt so den Absender zum erneuten Nachdenken. Zudem hält die App interessante und gute Informationen bereit. Aber die App kann die durch die Beschreibung ausgelöste Erwartung dann nicht erfüllen. Bereits mit unterschiedlichen Dialekten tut sich die App schwer. Zudem nervt die App, da sie öfter auch bei völlig harmlosen Nachrichten reagiert. Zu viel Warnung reduziert natürlich die Achtsamkeit.

Hier hat es geklappt. Die App meldet sich.

Die App filtert die Sucheingabe im Internet.

Vor allem aber hat sich die App beim Empfang pornografischer Bilder überhaupt nicht gemeldet, davon füge ich verständlicherweise keine Screenshots ein.

Eine App kann natürlich nicht die ganze Erarbeitung der Medienkompetenz und auch die Erziehung übernehmen. In einigen Punkten ist sie sicher eine sinnvolle Ergänzung. Wenn ich aber meine Kinder diese App installieren lasse, dann hätte ich schon die Erwartung, dass sie zuverlässiger schützt, als sie es aktuell macht. Zumal eine Premium-Version mit 15 Franken pro Jahr zu Buche schlägt. Immerhin lassen sich bis zu fünf Kinder anschliessen und die Bezahlung läuft erfreulicherweise über die Eltern, welche die App also auch installieren müssen.

Unnötige Warnungen mindern die Verlässlichkeit.

Klar, dass die KI jede Situation richtig einschätzen kann ist wohl nahezu unmöglich. Im jetzigen Stadium hat sie für meinen Geschmack einfach zu viele unnötige Warnungen ausgelöst und gleichzeitig wichtige Momente verpasst.

Dieser Beitrag wurde unter BringsMIT!, Digitaler Alltag, Eltern, Erfahrungen, Medienpädagogik, Software veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *