KI-gestützte Tools sind längst im Primarschulalltag angekommen, obwohl wir laut einem der letzten Artikel davon eher überrascht waren. Gerade bei längerfristigen Recherche- und Präsentationsprojekten geraten wir durch die Verfügbarkeit der KI in ein Spannungsfeld. Wir wollen Medienkompetenz und effiziente Recherche fördern, zugleich aber die Eigenleistung und den Lernprozess fair beurteilen. Dieser Beitrag überdenkt konkret das Beispiel “Kanton erforschen”.
Kompetenz statt Copy-Paste
Jeder Schülerin, jede Schülerin fasste den Auftrag einen Schweizer Kanton zu erforschen und danach vielseitig in der Form eines Werbevideos zu präsentieren. Demzufolge war das Ziel des Projekts nicht, fertige Sätze zu sammeln, sondern Informationen zielgerichtet zu finden, zu prüfen, aufzubereiten und adressatengerecht zu präsentieren. Dabei ist klar, KI verändert die Recherchewege, aber nicht die Kompetenzen, die wir beurteilen wollen.
Dies wurde durch die fix-fertigen KI-Zusammenfassungen welche Suchmaschinen heute liefern bedeutend herausfordernder. Die oberflächliche Übernahme von Textbausteinen verringert die Sichtbarkeit des Lernwegs. Dass die Schülerinnen und Schüler die Tablets auch nach Hause nehmen, erschwert die Nachvollziehbarkeit der Entstehung ihrer Arbeit. Besonders der zweite Punkt ist nicht neu, daher ist ein KI-Verbot nicht die Antwort.
Auf Grund dieser Voraussetzungen haben wir in diesem Projekt, neben der Prozessbegleitung, auch die fertigen Arbeiten stärker einbezogen. Die Lernenden schauten mehrere Videos und sammelten daraus Informationen. Anschliessend folgte der Transfer: Finde, verstehe und vergleiche drei Bräuche, Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten aus verschiedenen Kantonsvideos. Dieser Vergleich erfolgte danach auf einer Umrisskarte der Schweiz und der Kantone.
Konkret zeigte sich, ob die Lernenden …
1. Passende Informationen aus den Videos entnehmen können – inklusive Lage der Kantone
2. die Kantone korrekt auf der Karte einzeichnen,
3. Kantontypisches zuverlässig benennen,
4. Kantontypisches nachvollziehbar erklären – gestützt auf gesehene Bilder und gehörte Erläuterungen,
5. neues Wissen mit Vorwissen verknüpfen, um fundierte Vergleiche zu ziehen.
Fazit
KI wird unsere Recherche- und Präsentationsprojekte weiter prägen. In einem weiteren Projekt, als Begleitung zur stetigen Auseinandersetzung des Themas KI mit den Lerndenen, werde ich auch Punkte einbauen um KI Teile (Was ist nicht selber geleistet) in den Arbeiten zu finden und zu benennen warum das zu erkennen ist und was dementsprechend fehlt.
Ich bin der Meinung, dass unser Auftrag derselbe bleibt: Medienkompetenz fördern, Qualität sichern und faire Beurteilung ermöglichen. Wenn wir Aufgaben so gestalten, dass Denken, Erklären und Vergleichen im Zentrum stehen, wird KI zur Chance nicht zur Abkürzung