FAQ: Wie lernen die Kinder der iPhone-Klasse den Umgang mit Geld?

Die am iPhone-Projekt beteiligten Kinder erhalten ein teures Smartphone zur Verfügung gestellt und dürfen damit kostenlos telefonieren und auf dem Internet surfen. Besteht da nicht die Gefahr, dass diese Kinder den richtigen Umgang mit den Mobiltelefonkosten und allgemein den Umgang mit Geld nicht lernen?

Um die Potenziale von Smartphones für das Lernen in der Primarschule zu erforschen, schafft das iPhone-Projekt Rahmenbedingungen. Dazu gehört, dass weder Eltern noch Kinder für die Geräte oder die Kommunikationskosten etwas bezahlen müssen. Dieses in dieser Hinsicht realitätsferne Setting birgt tatsächlich zwei Gefahren:

  1. Die Kinder erwarten auch in Zukunft, immer das Neueste kostenlos vorgesetzt zu erhalten (Förderung einer Konsum- und Erwartungshaltung).
  2. Den Kindern wird die Möglichkeit genommen, während der zweijährigen Projektdauer anhand der Mobiltelefonkosten den Umgang mit Geld  zu üben (z.B. per Prepaid-Handy).

Wir sind jedoch überzeugt, dass sich beide Gefahren durch entsprechende Thematisierung im Unterricht bannen lassen. Der Umgang mit Geld lässt sich auch in der Projektklasse am Beispiel Mobiltelefon üben: Die Kinder werden erfahren, was ihre Nutzung normalerweise kosten würde. Denkbar ist ein Sparmonats-Wettbewerb unter den Kindern oder die Abmachung, während eines Monats die normalerweise anfallenden Kosten einem guten Zweck zu spenden.

Wesentlich scheint mir jedoch, dass diese Gefahren nur bei den speziellen Rahmenbedingungen dieses Pilotprojekts auftreten. Das Pilotprojekt wurde in der Erwartung geplant, dass bereits in fünf Jahren die Preise sowohl für entsprechende Geräte als auch deren Nutzung massiv gesunken sein werden.

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5 Antworten auf FAQ: Wie lernen die Kinder der iPhone-Klasse den Umgang mit Geld?

  1. histrio12 sagt:

    Also zunächst mal finde ich es gut moderne Medien im Unterricht einzusetzen. Keine Frage.
    Dass der Umgang mit Mobilfunktelefonen und Geld den Schülern auch parallel im Unterricht nahegebracht werden kann ist ja auch möglich.
    Aber die Kinder werden dadurch doch verwöhnt. Erstmal ein mehrere hundert Franken teures Gerät einfach so geschenkt bekommen, dann kostenlos telefonieren, surfen und simsen, was z.B. in Deutschland bei T-Mobile nur im größten Vertrag für 119 € bzw. 180 Franken im Monat möglich ist. Und das telefonieren uns simsen ist ja NUR für private Zwecke. Allein das Internet ist für die Schule zu gebrauchen und natürlich einige Apps.
    Doch was spricht gegen eine normalen Vertrag bzw. eine Prepaid-Card? Alles was die Schüler privat machen zahlen sie, wie jedes andere Kind auch, vom eigenen Geld und in der Schule können sie Kostenlos über WLAN ins Internet.
    Aber der Luxus, ein Apple iPhone zu besitzen UND unbegrenzt und kostenlos telefonieren und surfen zu können, was sonst viel Geld kostet und sich die meisten Erwachsenen nicht leisten können, das einem Elfjährigen einfach so zu schenken, das kann wirklich nicht gut sein. Die Schüler könnten verwöhnt werden oder sich für was besseres halten, das iPhone bietet sich zum Angeben ja geradezu an.

    Außerdem finde ich das Unterricht auf einem iPhone, zumindest in der ganzen Schweiz oder anderen Ländern keinen Erfolg haben kann. So viele sinnvolle und unterrichtsfördernde Apps gibt es dann ja auch wieder nicht. Und Musikunterricht auf einem 5×10 cm großen Bildschirm mit gerade mal einer Oktave, dass kann nicht besser sein wie auf einem Glockenspiel oder Klavier.
    Sinnvoller sind dann doch solche Projekte: http://www.maclife.de/index.php?name=PNphpBB2&file=viewtopic&t=52434&highlight und http://gallery.mac.com/dirkkuepper#gallery

    Denn auf dem MacBook gibt es dann doch mehr Möglichkeiten (Der Bericht des ersten Links erklärt das ausführlich).

    Viele Grüße
    histrio12

  2. Hans Mack sagt:

    Es gibt (zumindest in Deutschland von Base/E+) schon Flatrates für 20 Euro/Monat für Telefon incl. Internet. Insofern ist es in Zukunft keine Utopie auch für Kinder ein relativ preiswert nutzbares Lern und Kommunikationsmittel ständig verfügbar zu haben.

    Ich habe die Hoffnung dass dadurch der brutale Zwang der konservativen Schule zum Auswendiglernen ins Museum abwandert. Es reicht zu wissen wo ich das Wissen innerhalb einer Minute verfügbar habe und mittels iPhone, Wikipedia und Google kann die Kapazität des menschlichen Gehirns endlich auf Kreativität und die Freude am lernen eingespielt werden.

    Es gibt viele Apps im Appstore die hierzu in Frage kommen…

    Der grosse Vorteil des iPhones gegenüber einem PC oder Laptop ist die geringe Grösse. Diesen “Kommunikator” bzw. “Intelligenzverstärker” kann man überall dabei haben. Also habe ich das “Wissen der Welt” z. B. via Wikipedia stets in der Hosentasche.
    😉

  3. Steffen V. sagt:

    Ein solches Projekt wäre garnicht mit einer Prepaidkarte machbar, da alleine das surfen im Internet schon ca. 50€ im Monat und pro Person kosten würde wenn man es wie eine Flatrate nutzen würde. Und mir ist kein 11-jähriger bekannt der mal eben 50€ über hat.

  4. Hans Mack sagt:

    @histrio12

    Apple war immer schon das Werkzeug der Kreativen, deshalb findet sich eine grosse Auswahl von äusserst brauchbaren Apps für das iPhone. Wenn ich ein Piano spiele dann kann ich mit kurzen Fingertipp auf die anderen Oktaven wechseln (z. B. bei der App “Grand Pro”).
    Mit der App “Finger Piano” kann ich hervorragend klassische Stücke üben. “MiniSynth” ist ein super Synthesizer. “IShred” eine tolle Gitarren Simulation. “Ocarina” eine schöne Flöte. Mit “FourTrack” habe ich fast schon ein Profi 4Spur Aufnahmegerät das in Musikerforen ausdrücklich gelobt wird. Dann noch “Melodica”, “Bloom” (von Brian Eno), “DigiLite”, oder auf dem Gebiet der Malerei “Brushes” oder “Pollock” (von Jackson Pollock). Spielerisch Englisch lernen mit “Mobilinga Englisch Wortschatz” (oder dem New York Times App), Umwelt: “Home GoodPlanet”, Wikipedia: “Wikiamo”… Es wimmelt im App Store von kreativen und gut gemachten Programmen, vieles für 0 Euro oder 79 Cent und wenns hoch kommt dann selten mal 7,99

    Ein Musikunterricht mit den oben genannten Apps würde den Kids wohl mehr Spass machen als mit einem simplen “Hardware-Klavier” und man kann mit iPhone Apps sogar echte Songs produzieren.

    Übrigens passen tausende eBooks locker auf das iPhone – hier sollte es eine App/Zusammenarbeit mit dem Gutenberg Projekt geben

    Die Hochpreispolitik von Apple ist jedoch nicht so lustig. Es wird aber noch dauern bis z. B. das Android Betriebssystem so brauchbar wie das heutige iPhone ist.

  5. Charlotte sagt:

    Letztendlich geht es darum, dass die Kinder lernen mit Geld umzugehen und da sollte jede Möglichkeit genutzt werden, die zur Verfügung steht.

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