Wieviel Dezibel darf es denn sein?

Digitale Methode für Ruhe im Schulzimmer: Auf dem Screen läuft eine App, welche den Schall misst und in einer Kurve aufzeichnet.

Man kann davon halten was man will, aber so weit ich gesehen (oder gehört) habe, funktionierts!

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schule leiten

In der Fachzeitschrift “schule leiten” wurde mein Artikel publiziert, der sich mit unseren Erfahrungen über BYOD beschäftigt:

Der Artikel ist als PDF downlaodbar oder hier kann man lesen, was ich ursprünglich geschrieben habe:

BYOD – Bring your own device als Argument einer Schule: Christian Neff, Schulleiter

Gemäss Wikipedia liegt der gesellschaftliche Auftrag der Schule in der Entwicklung der Schüler zu mündigen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten. Sie soll Bildung, also Wissen, Fähigkeiten und Werte im Unterricht gezielt vermitteln. Als weitere Aufgaben werden verschiedentlich Erziehung zur Ehrfurcht vor dem Leben, zur Bewahrung der Umwelt und Verantwortung für künftige Generationen genannt.

In dieser Beschreibung finden Gegner und Befürworter Gründe gegen oder für den Einsatz digitaler Meiden in der Schule. An meiner Schule in Goldau, einer Primarschule in der Schweiz, setzen wir seit Jahren auf die digitalen Werkzeuge, aus der Überzeugung heraus, dass wir die Aufgabe haben, Schülerinnen und Schüler auf das Leben nach der Schule vorzubereiten und wir glauben, dass die mobilen Alleskönner weiterhin eine Rolle im Leben spielen werden.

In der Masterarbeit zum Schulleiter habe ich die Gründe für die Förderung digitaler Medien in der Schule beleuchtet und die Rolle der Schulleitung bei der Umsetzung von Bring your own device untersucht.

Für «Schule Leiten»  entstand diese Kurzfassung über unsere Schule und meine Untersuchungen.

Projektschule Goldau

Die Projektschule Goldau ist ein gemeinsames Projekt der Pädagogischen Hochschule Schwyz und den Gemeindeschulen Arth-Goldau. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien und Schule werden innovative Lehr- und Lernszenarien mit digitalen Medien entwickelt und erprobt. An dieser Nahtstelle sollen wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Neugestaltungen überführt werden und umgekehrt Probleme der Praxis erkannt und zuhanden der Forschung formuliert werden. Die Projektschule ist auch ein Ort, an dem Studierende mit konkret
en Fragen der Forschung und Entwicklung in Kontakt treten können.

2009-2011 wurde im europaweit einzigartigen „iPhone-Projekt“ der Einsatz von persönlichen Smartphones untersucht. Im Anschlussprojekt „Digitaler Alltag“ waren bereits drei Klassen mit dem Einsatz von digitalen Kleincomputern beschäftigt und aktuell beschäftigt sich die Projektschule mit „bring your own device“ (BYOD) im Projekt „Brings mIT!“Im Projekt „Brings mIT!“ dürfen die Kinder der 5. & 6. Klassen persönliche digitale Kleincomputer in die Schule mitbringen und für schulische Zwecke nutzen. Für Kinder, die kein privates Gerät mitbringen, werden schuleigene Geräte zur Verfügung gestellt. Damit nutzen wir ökonomisch und ökologisch bereits verfügbare Ressourcen, um die Kinder auf das Leben und Lernen in einer digital durchdrungenen Welt vorzubereiten. Mit diesem Projekt haben Schülerinnen und Schüler jederzeit und überall ein persönliches Gerät zur Verfügung, mit dem sie lesen, schreiben, rechnen, zeichnen, fotografieren, Musik und Töne hören und aufzeichnen sowie bei verfügbarem Funknetz in der Schule und zuhause im Internet surfen und kommunizieren, aber auch spielen können. Die Kinder sollen das Gerät innerhalb und ausserhalb der Schule als Teil ihrer persönlichen Lern- Arbeits- und Freizeitumgebung nutzen lernen und damit emanzipiert und kritisch mit der ab jetzt immer verfügbaren Informations- und Kommunikationstechnologie umgehen lernen.

Das Projekt „Brings mIT!“ schafft keine komplett neue, utopisch anmutende Situation, sondern nimmt die gesellschaftliche Entwicklung auf, untersucht ihr didaktisches Potenzial und liefert dringend notwendige Erfahrungen zu BYOD an Schweizer Primarschulen. Bisher wird diese Entwicklung von Schulen wenig genutzt oder medienpädagogisch begleitet. Oft werden die Geräte in der Schule einfach verboten. Damit ignoriert die Schule einerseits die didaktischen Potenziale, die sich ergeben, wenn alle Kinder täglich einen Fotoapparat, ein Sprachlabor, ein mehrbändiges Lexikon, eine Weltkarte, ein Diktiergerät und vieles mehr in der Hosentasche haben. Andererseits verpasst die Schule aber auch die Möglichkeit, Fragen von Sucht und Missbrauch zu thematisieren und eine sinnvolle, kritisch emanzipierte Nutzung aufzuzeigen und einzuüben.

Leitmedienwechsel

Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger beschreibt in Buch «mehr als 0 und 1» den Leitmedienwechsel und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft und vor allem auf di
e Schule. Er erläutert, dass neue Kommunikationsmöglichkeiten zu neuen Gesellschaftsformen geführt haben.

Die Sprache war der Auslöser für Stammesgesellschaften, die Schrift für antike Hochkulturen und der Buchdruck für die moderne Gesellschaft. Der Computer wird nun zum Auslöser einer neuen Gesellschaftsform. Die Potenziale dieser Veränderungen sind für die Menschheit enorm. Das Wissen ist nicht mehr nur in einzelnen Büchern und in Bibliotheken zugänglich, es steht für die gesamte Bevölkerung, zumeist kostenlos, im Internet bereit. Auch den Schülerinnen und Schülern steht deutlich mehr Wissen auf einfachere Art und Weise zur Verfügung.

Das erste Smartphone (iPhone) kam zwar erst seit 2007 auf dem Markt, aber diese Geräte haben unsere Art der Kommunikation, des Arbeitens und sogar der Freizeitbeschäftigung derart verändert, wie kein Medium davor in derselben Zeitspanne.

Die Schule muss ihre Lehr- und Lernmethoden, sowie die gelehrten Inhalte fortlaufend anpassen. Kompetenzen, die heute als nicht wichtig erachtet werden, können für die berufliche Zukunft der Jugendlichen entscheidend sein. Das aktuelle Bildungssystem muss sich gedanklich von der Buchkultur lösen und es sind neue Lösungsansätze gefragt. Die herkömmliche Schule mit dem Leitmedium „Buch“ muss sich folglich mit dem neuen Leitmedium auseinandersetzen und sich weiterentwickeln. Da sich die gesamte Gesellschaft und mit ihr auch die Arbeitswelt dank der neuen Technologien rasch verändert hat, sind neue Kompetenzen gefragt. Thissen beschreibt in «Mobiles Lernen in der Schule» die drei wichtigsten neuen Kompetenzen wie folgt:

  • • Kritisches Denken und Problemlösen (Expertendenken)
  • • Kommunikation und Kollaboration mit unterschiedlichsten Partnern (komplexe Kommunikation)
  • • Kreativität und Innovation (angewandte Imagination)

Auch Costa beschreibt in «Digital Learning fol All Now» notwendige Kompetenzen:

  • • Informationen filtern und bewerten
  • • Probleme lösen
  • • kommunizieren auf verschiedenen Kanälen
  • • eigenständig arbeiten
  • • kooperativ arbeiten
  • • kreatives, innovatives und kritisches Denken
  • • kontinuierliches und selbstgesteuertes Lernen

Die Schule hat die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler auf die Welt nach der Schulzeit vorzubereiten und dazu ist es notwendig, periodisch die gelehrten Kompetenzen bezüglich ihrer Relevanz zu überprüfen. Sie muss sich der gesellschaftlichen Entwicklung annehmen und sich ebenfalls weiterentwickeln. Dass dies erst vereinzelt passiert, mag doch etwas erstaunen, denn noch nie brachten so viele Schülerinnen und Schüler ihre privaten Geräte mit in der Schule und sind auch bereit, diese einzusetzen. An vielen Schulen wird dieses Potenzial nicht genutzt, bzw. in den meisten Fällen sogar aktiv verhindert.

Die Projektschule Goldau und auch viele weitere Schulen zeigen, dass nicht das Chaos ausbricht, wenn man die Geräte in den Unterricht integriert, sondern vielfältige Möglichkeiten für guten Unterricht entstehen.

Rolle der Schulleitung

Ich habe für meine Masterarbeit Interviews mit Verantwortlichen und Schulleitern geführt, welche an ihrer Schule persönliche Geräte zulassen. Die Aussagen wurden in der Folge wissenschaftlich ausgewertet und zusammengefasst. Es erstaunt nicht, dass alle Expertinnen und Experten sich einig sind, dass die wichtigste Ressource ein Schulleiter oder eine Schulleiterin ist, der diese Veränderung der Schulkultur unterstützt. Es reicht nicht, dass eine Schulleitung solche Projekte nur toleriert, sondern sie soll diese fördern. Entsprechend den unterschiedlichen Projekten der befragten Expertinnen und Experten, ergeben sich auch verschiedene Aufgaben der Schulleitung. Bei Projekten, welche durch eine Lehrperson initiiert wurden, ist es eher eine passive Rolle und bei Projekten, welche die ganze Schule betreffen natürlich eine aktive Rolle.

Die passive Rolle der Schulleitung betrifft zwei Aspekte. Erstens die eigene Einstellung dem Thema gegenüber und zweitens die Unterstützung der Akteure. Es liegt auf der Hand, dass die Schulleitung gegenüber neuen Medien grundsätzlich positiv eingestellt sein muss. Nur wenn die positive Einstellung vorhanden ist, kann eine Ermöglichung stattfinden. Die Unterstützung von initiativen Lehrpersonen oder Lehrpersonengruppen ist sehr wichtig. Die Schulleitung soll den Verantwortlichen den Rücken stärken.

Die aktive Rolle der Schulleitung ist gefordert, wenn BYOD nicht nur in einzelnen Klassen erlaubt wird, sondern die ganze Schule eine BYOD-Strategie fahren will. Die Rolle der Schulleitung ist, dass sie einmal klarmachen muss, aufzeigen muss, warum man in der Schule diese digitalen ‚Bring Your Own Device‘-Gadgets einführen möchte, warum man mobile Geräte nutzen möchte. In der Planung ist die Hauptleistung der Schulleitung, die Fahne aufrechtzuerhalten, also Zuversicht zu bewahren, dass es sinnvoll und machbar ist. Ausserdem ist die Schulleitung dafür verantwortlich, dass alle Akteure immer wieder miteinander sprechen und sich stetig weiter entwickeln. Sie muss aber auch immer wieder auf Unterrichtsentwicklung hinwirken und sicherstellen, dass mit ganz kleinen Projekten die Geräte von den Kindern auch wirklich eingesetzt werden und dafür sorgen, dass es nicht irgendwie verwässert. Es ist aber auch eine Aufgabe, zu ermöglichen, dass die Lehrperson es wirklich in Ruhe umsetzen kann. Diese Veränderung braucht Zeit und muss nicht schon nach zwei Monaten evaluiert werden.

Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die Schulleitung eine Schlüsselrolle hat und ihr Handeln entscheidend für den Erfolg ist. Wagen Sie den Schritt und begeben Sie sich mit Ihrer Schule auf den Weg in die Zukunft – es lohnt sich.

Quellen:

Döbeli, B. (2016). Mehr als 0 und 1. Bern: hep verlag ag

Costa, J. P. (2012). Digital Learning for All Now. A School Leader’s Guide for 1:1 on a Budget. Thousand Oaks: Corwin.

Thissen, F.(2013). Mobiles Lernen in der Schule. (eBook). http://www.frank-thissen.de/ibook_gut.pdf

Die Projekte und Erfahrungen sind auf dem Weblog (www.projektschule-goldau.ch) ausführlich durch die beteiligten Lehrpersonen und durch die Projektleitung dokumentiert und auch die zitierte Masterarbeit steht zum Downlaod bereit.

Autor:

Christian Neff war Lehrer an der Projektschule Goldau und der Klassenlehrer im iPhone-Projekt von 2009-2011 und 2011-2013 im Projekt “Digitaler Alltag”. Er hat somit mehrere Jahre Erfahrung mit 1:1-Ausstattungen in der Primarschule (konkret 5./6. Klasse). Unterdessen ist er Schulleiter in der gleichen Schule. Als freier Mitarbeiter der PH Schwyz betreut er das BYOD-Projekt “Brings mIT!” an seiner Schule mit 12 Schulklassen. Durch seine langjährige Tätigkeit als Lehrer und aktuell als Schulleiter, sowie seinem Kontakt zur PH und nicht zuletzt aufgrund seiner Masterarbeit kann er somit als Praktiker und Theoretiker über „bring your own device” in Schulen berichten.

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Handyverbot zu Hause

Wer Teenager zu Hause hat, kennt wahrscheinlich das Problem des übermässigen Handykonsums. Wenn es den Eltern zu bunt wird, greifen sie zum ultimativen Mittel und nehmen den Kindern das Handy für eine bestimmte Zeit weg. An Elternabenden ermuntere ich jeweils die Eltern unserer Projektschüler dazu, Regeln zu Hause zu erstellen,  entsprechende Sanktionen vorzusehen und in der Folge auch einzuhalten.

Auch an der Projektschule gibt es immer wieder Kinder, die das Handy zu einer gewissen Zeit nicht mehr in die Schule nehmen dürfen, weil die Eltern es zu Hause weggenommen haben. Dank unseren Pool-Geräten kann die Lehrperson das Problem zwar umgehen, es ist aber eher mühsam. Eltern eines Fünftklässlers haben nun eine tolle Lösung gefunden: Statt das Gerät dem Kind wegzunehmen, fragten sie bei der Lehrperson an, ob es möglich wäre, das Gerät für eine gewisse Zeitspanne in der Schule zu lassen, damit das Kind sein Handy trotzdem für schulische Zwecke noch nutzen kann. Die Lehrperson war einverstanden und händigt das Smartphone jeweils aus, wenn es schulisch eingesetzt wird und zieht es anschliessend wieder ein – eine klassische WIN-WIN Situation für Schule und Elternhaus.

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Von Brillen und Busen: alles zum Thema “suchen und finden im Internet”

Die letzten Tage beschäftigten wir uns mit dem Thema “suchen und finden im Internet”. Ausgangspunkt war der Medienprofis-Test von Pro Juventute, bei dem wir den entsprechenden Test gemacht hatten. In der Folge erhielt ich als Lehrperson eine Übersicht mit geeigneten Lehrmitteln und -materialien. Den Kinder erteilte ich den Auftrag, verschiedene Infos zu lesen und Übungen zum Thema zu lösen. Anschliessend stellten sie in einer kurzen Präsentation ihre persönlichen 5 Tipps vor. Es gab Plakate aus Papier, Powerpoints und sogar Erklärfilme, für beste Unterhaltung war gesorgt.

Die Kinder hatten wirklich gute Tipps auf Lager, geschmückt mit bildhaften Beispielen. Nur einen der Tipps (nicht immer das oberste Suchergebnis wählen) konnten sie nicht so recht begründen. Also ergriff ich spontan die Initiative und suchte bei Google nach “Brille”, um zu zeigen, dass zuoberst gesponserte Ergebnisse platziert werden.

Soweit so gut. Ich scrollte dann nach unten, um die weiteren Suchergebnisse anzeigen zu lassen, bis das Bild eines fast nackten Busens für erfrischendes Gelächter sorgte. Wer hätte bei so einem harmlosen Suchbegriff mit sowas gerechnet? So spielt das Leben. Verhindern kann man solche Sachen natürlich nie, aber den natürlichen Umgang mit solchen Situationen kann (und soll) man als Lehrperson genauso wie als Kind lernen.

Übrigens, gerne liste ich hier auch noch die meist genannten Tipps der Kinder auf:

  • Kindersuchmaschinen verwenden (Klexikon statt Wikipedia)
  • zwei Suchbegriffe eingeben (Katze Durchschnittsalter statt nur Katze oder statt einen ganzen Satz zu schreiben)
  • mit Minus Suchbegriffe ausschliessen (zum Beispiel -Katzenberger, damit nicht Seiten über Cervelat-Promis aufgelistet werden)

Wer weiss, wenn ich mich an die Tipps der Kinder gehalten und eine Kindersuchmaschine verwendet hätte, wäre dieses Bild wohl nicht erschienen. Dann wäre ich aber auch nicht darauf gekommen, diesen Bericht zu bloggen. Also doch: Ende gut, alles gut.

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Die Vorteile von Quizlet

Immer wieder ist in diesem Blog von Karteikarten-Apps die Rede. Über Quizlet hatten wir dabei aber kaum berichtet. Darum möchte ich an dieser Stelle auf die Vorteile von Quizlet eingehen.

Quizlet Lerne Vokabeln u Sprachen mit Karteikarten (AppStore Link) Quizlet Lerne Vokabeln u Sprachen mit Karteikarten
Hersteller: Quizlet LLC
Freigabe: 4+4.5
Preis: Gratis Download (iTunes-Link)

 

Zunächst einmal war Quizlet nichts anderes, als die bekannten Papierkärtchen in digitaler Form. Vorne stand das Wort auf Deutsch und hinten in einer Fremdsprache. Doch inzwischen wurden viele Features hinzugefügt. Ein für mich sehr wichtiger Vorteil ist, dass der Text von der App auch gesprochen werden kann. Im Gegensatz zu den Kärtchen aus Papier bieten die digitalen Kärtchen also tatsächlich einen Mehrwert.

Sieben verschiedene Funktionen stehen aktuell zur Verfügung:

  • Die Karteikarten sind so, wie man es kennt. Auf der einen Seite steht das Wort auf Deutsch, hinten in der Fremdsprache. Plus: Man kann jedes Wort hören, wie es richtig ausgesprochen wird.
  • Lernen und Schreiben ähneln sich, muss doch beide Male das Wort selber geschrieben werden. Unter Lernen sieht man das Wort auf Deutsch und muss es dann übersetzen, beim Schreiben hört man es und muss es schreiben.
  • Der Test bietet unterschiedliche Aufgabenformen, von Zuordnen und Übersetzen bis zu Multiple-Choice Aufgaben.
  • Nichts anderes als ein Memory ist dann das Zuordnen, das geht auf Zeit. Die Kinder können dabei auch sehen, ob sie Rekordhalter sind oder wenigstens zu den Topten gehören.
  • Bei Schwerkraft fliegen Asteroiden auf die Erde, welche nur durch die Eingabe der richtigen Lösung zerstört werden. Erinnert auch optisch etwas an die ersten Computergames aus dem letzten Jahrhundert.
  • Der Modus Live steht nur registrierten Lehrpersonen zur Verfügung, ist jedoch sehr spannend. Es funktioniert in versammelter Klasse oder einer Gruppe von mindestens sechs Personen. Der Lehrer wählt den Kartensatz und lädt die Schüler zum Spiel ein. Die gehen auf quizlet.live und geben den sechsstelligen Code vom Lehrer ein. Die Gruppen können dann zufällig oder manuell gemischt werden. Nun geht es für jede Gruppe darum, zuerst 12 richtige Antworten einzugeben. Ein Fehler setzt die Gruppe jeweils wieder auf 0. Und toll daran ist, die Schüler müssen zusammenarbeiten, da die Lösungsmöglichkeiten nicht auf allen Geräten der Gruppenmitglieder angezeigt wird.

Die Kinder innerhalb einer Gruppe müssen zusammenarbeiten.

Am Fernseher kann live verfolgt werden, welche Gruppe gerade in Führung liegt.

 

Weitere Vorteile eines Lehreraccounts: Ich erhalte eine Übersicht, welches Kind welchen Modus schon begonnen oder sogar abgeschlossen hat. Ausserdem gibt es eine Fortschrittsanzeige für die Karteikarten, zum Beispiel 70% haben das Wort “Schule” schon gelernt, 20% das Wort “Haus” und so weiter. Der Nachteil: es kostet. Ein Jahr kostet um die 25 Franken, ein 3-Jahres-Abo gibt es für 50. Ausserdem gibt es Vermittlungsbonus, wenn man Kollegen zum Mitmachen überreden kann.

 

Zwei Tipps zum Schluss:

  1. Selbstverständlich können nicht nur Wörter für die Fremdsprachen gelernt werden. Es sind auch viele andere Themen aus Mathe und Naturwissenschaften schon vorhanden. Das Erstellen eigener Datensätze geht problemlos.
  2. Es kann individuell eingestellt werden, ob zuerst die Vorder- oder Hinterseite angezeigt werden soll. Falls zuerst also beispielsweise das französische Wort erscheint, einfach unter Optionen ändern.
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Medienkompetenter dank YouTube


Zum Abschluss des M&U-Themas “Die Schweiz” kam mir die spontane Idee, eine kurze Strassenumfrage durchzuführen. Als BYOD-Klasse sollte dies schnell und unkompliziert umsetzbar sein, da alle Kinder portable Filmkameras in ihrem Hosensack mit sich tragen.

Gemeinsam legten wir aus einer Vielzahl von Fragen 8 Geografie-Fragen zur Schweiz fest. Dann beauftragte ich meine 16 Schulkinder in 2er-Teams fremde Leute auf der Strasse höflich anzufragen, ob sie 1.) gewillt sind, bei dieser Umfrage mitzumachen und 2.) einverstanden sind, wenn wir ihre Antworten auf YouTube veröffentlichen. Die so aufgenommenen Filmchen sollten sie dann in einen Ordner unserer Klassen-Dropbox laden, damit ich diese zuhause downloaden und mit dem Programm iMovie zusammenfügen konnte. Dazu übten wir vorher noch kurz, wie die Kamera gehalten und welcher Ausschnitt gefilmt werden soll.

Relativ schnell stellten die Kinder fest, dass die Leute zwar gewillt gewesen wären, bei einer Umfrage mitzumachen, aber viele Personen eine Veröffentlichung auf YouTube dann aber strikte ablehnten. Glücklicherweise fanden sich dann doch noch ein paar Leute, die mitmachten und einer Veröffentlichung zustimmten. Ein paar Gruppen hatten aber trotz mehrmaliger Versuche an verschiednenen Orten und zu verschiedenen Zeiten keinen Erfolg.

Beim Durchschauen stellten wir amüsiert fest, dass die Frage “Was bedeutet CH?” von einem Minderjährigen mit “Zürich” beantwortet wurde und sofort für viel Gelächter in der Klasse sorgte. Daraufhin erklärte ich den Kindern, dass genau diese kurze Szene  für den Jungen kompromittierend werden könnte und er auch – trotz seiner Erlaubnis zur Veröffentlichung – rechtlich gar nicht bestimmen könne, dass dies online gehen dürfe. Obwohl diese Antwort für einen willkommenen Lacher gesorgt hätte, entschieden wir uns dann, die Szene zu streichen.

Das Endergebnis steht nun online. Für das Zusammentragen der 8 Fragen benötigten wir insgesamt beinahe 3 Wochen. Einzelne Gruppen waren mehrmals auf der Strasse um Leute für die Umfrage zu gewinnen. Andere wiederum hatten keinen Erfolg. Man hätte ja schlussendlich bloss eine einzige Person finden müssen, die zugesagt hätte. Aber eben…

Ich bin überzeugt, dass alle verstanden haben, dass es – trotz unzähliger YouTube-Teenie-Idolen – doch nicht jedermanns Sache ist, auf YouTube veröffentlicht zu werden und es je nach Aufnahme nicht immer nötig ist, diese auch zwingend weltweit zu veröffentlichen.

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Von gross zu klein…

Geräte1Vor einem Jahr startete meine BYOD-Klasse mit 6 Tablets (1 iPad & 5 Samsung-Tablets), 5 iPods, 4 iPhones, 1 Windows-Phones  in das Schulprojekt BYOD. Ein Jahr später arbeiten nun 13 Kinder mit einem Smartphone (9 iPhones, 2 Samsung, 1 Huwei & 1 Sony Xperia), 2 Kinder mit einem iPod und nur noch 1 Kind mit einem Tablet. Und dies auch nur, weil es ein Samsung Galaxy Tab von der Schule zur Verfügung gestellt bekommt, da es kein eigenes Gerät besitzt.
Geräte2

Ich habe in meiner Klasse also eine klare Entwicklung hin zu Smartphones. Als ich diese Entwicklung zum Gesprächsthema machte, wurde mir gesagt, dass es wohl an meinem BYOD-Unterricht liege und wie ich die Geräte dort einsetze, da auch Gegenteiliges zu beobachten sei. Vermutlich hat diese Behauptung tatsächlich etwas Wahres, doch ich persönlich sehe die Gründe “Pro Smartphone” in 3 anderen Punkten:

  1. Wieso dem Kind ein Tablet in der 5. Klasse kaufen, wenn die Bezirksschule zwei Jahre später gratis ein Tablet zur Verfügung stellt?
  2. Man kann mit einem Smartphone telefonieren.
  3. Es ist klein, handlich und es hat im Hosensack Platz.

Ich glaube somit, dass es nicht nur mit meinem Unterricht zu tun hat und wie ich die Geräte einsetze. Vielmehr wird die Entwicklung aller BYOD-Klassen wohl zukünftig eher Richtung klein und handlich gehen. Würde allerdings – wie bei den Bezirksschulen des Kt. Schwyz – schon ab der 5. Klasse jedem Kind ein Tablet ausgehändigt werden, dann wäre die Entwicklung “von gross zu klein” nicht mal mehr diesen Blogeintrag wert.

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Google – dein Freund & Helfer

Bildschirmfoto 2016-11-15 um 21.16.10Auf die Frage, wo man eine interessante & ansprechende Unterrichtseinheit zum Thema SCHWEIZ finde, wurde mir das 28-seitige PDF von Martin Lendi empfohlen, dass man mit den Begriffen “Schweiz” und “Geografie” via Google sofort (und an oberster Stelle) finden würde. Die Unterrichtseinheit sei schön gestaltet und enthalte auch alle Lösungen zu den Arbeitsblättern.
Gesagt, getan; gesucht, gefunden. Diese Unterrichtseinheit ist tatsächlich ein Hingucker und ohne grossen Aufwand grundsätzlich sofort einsetzbar. Nachdem ich mir diese wunderbaren (fixfertigen) 28 Seiten also runtergeladen hatte, druckte ich die Schülerblätter aus und war quasi schon bereit, um mit dem Thema anzufangen. Als ich dann mit meiner BYOD-Klasse am ersten Nachmittag mit dem ersten Arbeitsblatt zu arbeiten begann, kam mir dabei spontan die Idee, die Nachbarländer der Schweiz (PDF-Seite 4, Blatt 2) durch die Schüler von Freund Google finden zu lassen, um sie dann direkt auf dem tollen Lendi-Arbeitsblatt einzutragen.

Dabei hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Natürlich dauerte es nicht sehr lange, bis die Kinder ebenfalls auf das tolle Martin-Lendi-PDF stiessen und somit auch auf das noch tollere Lösungs-PDF dieser 28 Seiten. Mistaberauch. Nun muss ich mir also entweder etwas ganz anderes suchen oder ich muss die Blätter vielleicht einfach umgestalten, vielleicht nur etwas modifizieren oder vielleicht muss ich die Geräte nun ganz aus den bevorstehenden M&U-Lektion verbannen. Stellt sich hier einfach wieder einmal mehr die Frage: Was bringen die tollsten Arbeitsblätter, wenn man das Gefragte online sofort finden und beantworten kann?

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Jugend online: Bereit für die Zukunft?

Am 3. November 2016 findet an der ETH Zürich eine Podiumsdiskussion mit Beteiligung der Projektschule Goldau statt:

podiumsdiskussion-eth

Mehr Informationen unter www.treffpunkt.ethz.ch

 

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Hausaufgaben via WhatsApp

Mit oder ohne BYOD gibt’s circa ab der 5. Klasse Gruppen- oder Klassenchats. In diesen Chats schicken die Schüler einander nicht nur sinnfremde Sätze oder Emojis, sondern auch Hausaufgaben. Sie tauschen dort hauptsächlich die Lösungen ihrer Matheaufgaben oder fragen die Chatrunde, wer ihnen beim Lösen helfen kann. So musste neulich mein Sohn jemandem im Chat noch schnell bei den Hausaufgaben helfen, obwohl wir gerade Mittagessen wollten. “Ich chume grad. Muess no schnell öpperem bi de Husi hälfe!”

Dabei ertappte ich mich beim Gedanken, dass es natürlich auch anspornend ist, einem Klassenkameraden helfen zu wollen, der die Hausaufgaben nicht verstanden oder gelöst hat. Auch wenn gar keine Schule ist. Zuvor war mir dieser Gedanke gar nie gekommen, denn ich dachte stets, dass in solchen Hausaufgabenchats nur einer wirklich arbeitet und die andern bloss davon profitieren. Aber ich glaube, ich habe mich da geirrt. Es geht hier gar nicht nur ums profitieren…

Ich glaube, es geht in erster Linie mal darum, zu sehen, ob man die Hausaufgabe richtig hat. Oder man wird daran erinnert, dass man ja noch welche hat. Natürlich hat man manchmal auch keine Zeit oder keine Lust darauf und ist dann froh, wenn jemand mehr Lust hatte und seine Lösung gleich der Klasse zur Verfügung stellt. Ich glaube, dadurch steigt dessen Beliebtheitsgrad in der Klassenhierachie nicht unwesentlich. Vermutlich kann man sich bei ihm dann auch auf die eine oder andere Art revanchieren. Solche Hausaufgabenchats sind vermutlich viel mehr geben und nehmen, als wir denken. Da laufen viel mehr soziale Stukturen ineinander als wir auf Anhieb vermuten. Natürlich gibt’s in diesen Chats auch welche, die nur profitieren, aber die gibt’s ja auch in der Gesellschaft.

Schlussendlich gehen diese Husichats also auch mit persönlichen Charaktereigenschaften und einer kleinen Portion Lebenschule Hand in Hand.

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