Wie die WHO-Studie zu einer Lektion in kritischem Medienkonsum wird

Ende Oktober 2009 habe ich im Beitrag Was sagt uns die WHO-Studie? dargelegt, ob und wie unser iPhone-Projekt durch die auf Ende Jahr angekündigte Studie der WHO zur Gefährlichkeit von Mobilfunkstrahlen beeinflusst wird. Während es mir in diesem Beitrag um die Frage der Gefährdung von Kindern durch Mobiltelefonnutzung ging, entpuppte sich die Geschichte je länger desto mehr als spannende Lektion zum Thema „kritischer Medienkonsum“:

Obwohl die Studie öffentlich noch gar nicht verfügbar war, hatte der Daily Telegraph in einem Artikel am 24. Oktober 2009 bereits Ergebnisse der Studie vorweggenommen:

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Diese Meldung verbreitete sich danach rasant in den elektronischen und nicht-elektronischen Medien der Welt. So berichtete auch eine Schweizer Gratiszeitung in ihrer Ausgabe vom 27.10.2009 auf der Frontseite von der WHO-Studie:

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Während im Artikel des Daily Telegraph noch darauf hingewiesen wurde, dass die Studie noch nicht publiziert sei und Handys vielleicht einen Zusammenhang mit Krebs haben können („may be linked to cancer“), wird es im Artikel von 20 Minuten als unumstössliche Tatsache dargestellt („sind Krebsrisiko“) und es fehlte auf der Frontseite der Hinweis, dass die Studie noch gar nicht verfügbar ist.

Mit diesem Artikel war das Thema Tagesgespräch, denn 20 Minuten wird gelesen. Aufgrund der dürren Informationslage war es für mich gar nicht einfach, entsprechende Fragen und Befürchtungen zu beantworten. „Ohne die Studie selbst gesehen zu haben, lässt sich wenig sagen“ und „Mehr weiss ich auch noch nicht“ klingt tatsächlich nicht sehr beruhigend. Entsprechend hoch gingen vielerorts die Wellen.

Erst am Abend des gleichen 27. Oktobers 2009 stiess ich im Tages Anzeiger auf den Artikel Wie eine britische Zeitung die Angst vor Handystrahlen schürt:

t09958In diesem Artikel war zu lesen, dass die angeblich neuen Resultate bereits seit zwei Jahren bekannt seien, und sowohl die Faktenlage als auch die Interpretation gar nicht so einfach seien. Bei Kurzzeitgebrauch von Mobiltelefonen sei bisher kein Zusammenhang mit Gehirntumoren nachweisbar, bei Langzeituntersuchung sei die Datenlage bisher dürftig und ein kausaler Zusammenhang schon nur aufgrund mangelnder Erinnerung der Studienteilnehmer schwierig. Zwei der befragten Wissenschaftler meinen zum Schluss des Artikels, ein starker Krebs erregender Effekt bei Langzeitgebrauch sei unwahrscheinlich, weil sich insbesondere unter jungen, viel mobil telefonierenden Menschen kein Anstieg von Hirntumoren beobachten lasse. (Diese Aussage wird durch einen aktuellen Artikel in der dänischen Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute (Bd. 101, S. 1721) gestützt, dass in nordeuropäischen Ländern in den letzten Jahren die Erkrankungsquote bezüglich Hirntumoren nicht erhöht habe, doch darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen).

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Einen Tag später, am 28. Oktober 2009 griff auch NZZ online das Thema unter dem Titel Ängste durch Unwissenheit auf. Auch hier wird der die Debatte auslösende Artikel des Daily Telegraph zum Anlass genommen, über die ungenügende Datenlage bezüglich Langzeitwirkungen von Handynutzung zu berichten. Insbesondere wird davor gewarnt, von der Publikation des Schlussberichts der Interphone-Studie ein definitives Resultat zu erwarten.

Nun, seither hat es die Interphone-Studie nicht mehr auf die Frontseiten von Zeitungen geschafft, ohne vertiefte Recherche ist nicht eruierbar, ob nun tatsächlich neue Forschungsergebnisse publiziert worden sind. Doch darum soll es in diesem Beitrag auch nicht gehen.

Fazit dieser Recherchen: Nicht nur die Schüler der Projektklasse dürften anhand dieses Beispiels gelernt haben, dass die Wirklichkeit komplexer ist, als es einem Zeitungsschlagzeilen weismachen wollen. Ich habe vor allem gelernt, wie viel Aufwand solche Schlagzeilen verursachen können und wie aufwändig es sein kann, eine differenzierte Betrachtungsweise zu kommunizieren.

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Spektakulär unspektakulär

Letzte Woche habe ich in der iPhone-Klasse einen Schulbesuch ohne besonderen Anlass gemacht. Ich wollte nicht immer die Klasse nur dann sehen, wenn etwas besonderes geschieht, sondern auch mal den ganz normalen Schulalltag erleben. So war es denn denn auch: Ganz normaler Schulalltag. Die Kinder kamen nach der Mittagspause ins Schulzimmer: Ich habe kein einziges iPhone bemerkt. Eine fröhliche, lärmige Kinderschar wie überall.

Während des gesamten Nachmittags war das iPhone praktisch nie ein Thema. Es war ein Werkzeug unter vielen, von manchen genutzt, von anderen nicht. „Macht euch kurze Notizen, entweder auf Papier oder auf dem iPhone“: Manche nehmen Papier, andere das iPhone. Kurzvorträge halten: Manche zeigen reale Objekte, andere Bilder auf Papier und einige Bilder auf dem iPhone; ein Kind hat seine Vortragsnotizen auf dem iPhone erstellt und liest nun davon ab. Während des Wochenplanunterrichts sitzen einige Kinder vor Buch und Heft, einige diskutieren zusammen, wieder andere sitzen vor einem Notebook und arbeiten mit Lernprogrammen und einige nutzen auch das iPhone.

Auch was die Handhabung des iPhone betrifft, ist die Klasse bunt gemischt. Manche sind sehr vif, andere müssen den Nachbarn fragen, um aus der Notizen-App wieder ins Hauptmenu zu kommen. Bei gewissen Anwendungen sehe ich einen deutlichen Mehrwert, bei anderen Einsatzgelegenheiten denke ich (und auch der Klassenlehrer): „Mit Papier und Bleistift ginge doch das viel einfacher“.

Bei diesem Besuch ist – anders als bei früheren Besuchen – auch kein Kind mehr zu mir gekommen und hat mir die neueste App oder das lustigste Video gezeigt. Mein Besuch hat nicht besonders interessiert.

Das iPhone ist im Schulalltag angekommen.

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100 Schultage – ein Fazit

Vor vier Monaten verteilte ich den neuen Schülerinnen und Schülern das iPhone und hatte eigentlich keine Ahnung, was auf mich zukommen würde. Weil das Nachrichtenmagazin 10vor10 zum Start des Projekts einen Beitrag sendete, war das iPhone-Projekt Knall auf Fall landesweit bekannt und wurde teils heftig diskutiert. Ich war in der Folge damit konfrontiert, auf alle möglichen Anschuldigungen nicht reagieren zu können. Der Bericht von 10vor10 suggerierte, vielleicht auch etwas absichtlich, dass die Kinder unkontrolliert Webseiten konsumieren können und pausenlos telefonieren dürfen. Diese beiden Hauptvorwürfe der Kritiker kann ich mittlerweile entkräften. Einerseits wird während dem Unterricht gar nicht telefoniert und ausserhalb des Unterrichts recht wenig (siehe Blogeintrag), andererseits darf ich aufgrund von Kontrollen den Kindern attestieren, dass sie sich vorbildlich an die Regelung „Ich suche nicht nach pornografischen, sexuellen und gewalttätigen Seiten. Wenn ich zufällig auf eine solche Seite gelange, verlasse ich sie umgehend und melde es der Lehrperson.“ halten.

Vertrag

Sehr oft musste ich hören, dass die Kinder schon Wege und Möglichkeiten finden werden, um jugendgefährdende Inhalte zu konsumieren. Bei einer derart misstrauischen Haltung gegenüber heranwachsenden Kindern könnte das schon zutreffen. Seit ich unterrichte, versuche ich die Schüler als gleichberechtigtes Gegenüber zu behandeln, welches sich grundsätzlich korrekt verhalten will und gerne etwas lernt. Auf diesem Weg braucht es Unterstützung und ab und zu auch die Erinnerung an gewisse Leitplanken, dann klappt das sehr gut. Ein Kind braucht das Vertrauen von erwachsenen Personen, nicht ein grundsätzliches Misstrauen. Im gegenseitigen Vertrauen haben wir einen Vertrag ausgearbeitet und dafür sehr viel Zeit aufgewendet. Wahrscheinlich gibt es eine Vielzahl misstrauischer Erwachsener, die den Kindern die Einhaltung der Regeln nicht zutrauen – nach zwei Monaten mit dem Vertrag darf ich sagen, dass es noch keinen gravierenden Verstoss dagegen gegeben hat. Ich traue den Kindern auch in Zukunft die Einhaltung des Vertrages zu.

Unterricht

Wir sind trotz zeitlichem Mehraufwand für den Vertrag und die medienpädagogische Bildung (zum Beispiel mit Handyprofis) im Lehrplan auf Kurs. Ich habe alle Inhalte wie mit Vorgängerklassen durchgenommen und die Leistungstests sind gut bis sehr gut ausgefallen. Das iPhone wurde, wie im Vorfeld auch erwartet, zu einem weiteren Unterrichtsmittel und wird sinnvoll eingesetzt. Die Schüler üben das 1×1, büffeln Franz- und Englischvokabeln, üben Diktate via Podcast, informieren sich im Internet und kontrollieren die Rechtschreibung mit dem Lexikon. Diese Sachen machen übrigens viele Schüler auch zu Hause freiwillig. Daneben sind noch viele weitere Programme und Aktivitäten mit dem iPhone durchgeführt worden, einige Beispiele: iMotion, Schulreise, Animoto (Beitrag folgt). Von mir aus gesehen sind die Schülerinnen und Schüler im Bereich 1×1 und in der Aussprache von Französisch deutlich besser als Vorgängerklassen. Diesen subjektiven Eindruck werde ich in einem späteren Blogposting behandeln.

Kommunikation

Ich habe zur momentanen Klasse ein sehr gutes Verhältnis und vielfältigere Kontakte. Nach fünf Monaten habe ich bereits doppelt so viele E-Mails erhalten wie in den Vorgängerklassen in zwei Jahren! Die Schülerinnen und Schüler lassen mich und ihre Klassenkameraden an ihrem Leben teilhaben und das finde ich wertvoll für unsere Beziehungen untereinander. Wir tauschen uns oft via Chat oder mit Meldungen über Whatsapp aus. Wenn etwas nicht reibungslos geklappt hat, informiere ich die Eltern viel schneller, weil ich via iPhone des Kindes die Eltern gut erreichen kann. Und an alle Kritiker: ja, wir sprechen auch normal und ohne iPhone oft miteinander – sogar öfter, weil wir dank den Chatkontakten, Whatsappmeldungen und E-Mails mehr Berührungspunkte haben, die wir dann jeweils auch noch mündlich besprechen wollen.

Beschwerde

Ein Verein namens „Gigaherz“ hat aufgrund des 10vor10 Berichts gegen unser Projekt eine Beschwerde beim Erziehungsrat eingereicht, auf welche aber nicht eingetreten wurde. Der Verein wirft uns vor, dass wir Kinder vorsätzlich fahrlässig verletzen. Paradoxerweise wissen ja meine Schülerinnen und Schüler überdurchschnittlich viel über gesundheitsschädigende Aspekte der Mobiltelefonie und man sich  dagegen schützen kann – das machen gleichaltrige Handybenutzer wahrscheinlich nicht. Die Bearbeitung dieser Beschwerde und der Druck auf mich als Lehrer, aber auch auf die Schülerinnen und Schüler und deren Eltern war recht belastend. Ich bin froh, dass die Schulleitung, der Schulrat, der Gemeinderat und der Erziehungsrat unser Projekt stützen. Ich wünschte mir von Kritikern mehr den Dialog, statt die Konfrontation.

Chancengleichheit

Ein Aspekt des iPhone-Projekts, den ich im Vorfeld nicht erwartet habe, ist die gestiegene Chancengleichheit. Kinder die zu Hause auf weniger Unterstützung zählen können, haben dank dem iPhone bessere Möglichkeiten. So war es bisher für ein fremdsprachiges Kind schwieriger, ein Diktat zu üben, weil es die Eltern nicht vorlesen konnten. Mit dem iPhone haben sie jederzeit Zugriff auf den aktuellen Podcast. Dasselbe gilt für die Fremdsprachen Englisch und Französisch – nicht alle haben Eltern, welche diese Sprachen beherrschen.

Fazit

Kurz und bündig: Ich würde das Projekt wieder starten und freue mich auf die nächsten Monate.

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WhatsApp Messenger

Bildschirmfoto 2009-12-21 um 21.03.05

WhatsApp
Diese App war kostenlos, neu kostet sie 1.10 Fr.  (App-Store-Link)

Nach den Herbstferien liess ich die Kinder das Programm Ping! installieren, welches den SMS-Dienst unter iPhone-Nutzern beinahe ersetzen sollte. Anfänglich wurde oft gepingt, aber nach einiger Zeit kam ein Schüler und zeigte mir WhatsApp (es war damals noch gratis und nicht in den Top-Ten). Das Programm war dem Ping! deutlich überlegen und alle installierten es. Im WhatsApp werden automatisch alle anderen WhatsApp-Benutzer in einer Art Telefonbuch angezeigt und zusätzlich auch noch deren Status (diese wurden anfänglich sehr aktuell gehalten). Ausserdem kann man Text, sowie Audio- und Bilddateien verschicken.

Für mich als Lehrer ist vor allem die Broadcastmessage ein grosser Vorteil. Ich kann damit eine Meldung an alle Schüler versenden und sehe auch, ob sie angekommen ist, bzw. gar, ob sie gelesen wurde. Die gute alte Telefonkette werde ich wohl nicht mehr brauchen.

[app 310633997]

 

 

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Die ersten Schweizr

Im Frühling 2009 stellte ich via Beamer & Laptop meiner damals (3. Klasse) das Projekt www.schweizr.ch vor. Bereits eine Woche später schrieben wir dann mögliche Themen & Ideen an die Wandtafel und ordneten sie bestimmten Orten zu. Nach einigen digitalen Recherchen einzelner Kinder arbeiteten dann alle Kinder vom 9.6.-23.6.09 an ihren Texten, um sie dann auf schweizr.ch online stellen zu können. Sie schrieben erste Entwürfe in ihre „Textfabrik“ (Text-Entwurfsheft) und recherchierten zwischendurch im Internet, falls sie noch zusätzliche Infos benötigten. Die ersten Texte wurden dann korrigiert und durften sogleich digital abgetippt, im Klassenlaufwerk gespeichert und somit für den bevorstehenden Upload vorbereitet werden!

Die Kinder, die bereits fertig abgetippt und abgespeichert hatten, machten sich auf die Bildersuche, denn sie sollten parallel zur ganzen schriftlichen Arbeit auch noch ein passendes Bild für ihren „Schweizr“-Text suchen. Dazu schossen sie entweder gleich selber ein digitales Bild, das sie mir via Educanet2-Mail zustellten oder sie suchten sich ein Bild auf bekannten Online-Gratis-Bilder-Internetplattformen. Ich stellte den Kindern auch die Möglichkeit des Einscannens zur Verfügung, die rege genutzt wurde, weil die meisten Bilder halt oft irgendwo in Familien- oder Ferienalben eingeklebt sind. So benötigte die Bildersuche insgesamt die meiste Zeit!

Wegen technischen Verzögerungen und Sommerferien konnten die Arbeiten dann erst nach 3 Monaten wieder aufgenommen werden. Für den Upload haben wir uns gemeinsam entschieden, einen Klassenaccount einzurichten und alle Berichte mithilfe dieses einen Benutzernamens zu publizieren. Nachdem ich dies gemacht hatte, mussten sich die Kinder bloss noch ins schulische Netzwerk einloggen, ihren (m Klassenlaufwerk abgelegten) Text öffnen, kopieren und (nach dem Einloggen) online auf schweizr.ch wieder einfügen. Dasselbe Verfahren mit dem entsprechenden Bild. Das Schwierigste war jetzt nur noch, den entsprechenden Ort auf der grossen Schweizerkarte zu finden. Da man zuerst den „Marker“ (das rote Fähnchen) setzen musste,  merkten wir schnell, dass es (in der 4. Klasse) noch nicht so einfach ist, auf der Schweizer Karte Melide, Bisisthal oder Morschach zu finden, um die entsprechenden Texte zu Swissminiatur, Husky-Camp oder Swiss Holiday Park entsprechend online zu stellen.

Dazu war die Hilfe der Lehrperson gefragt und wenn sie auch nicht mehr weiter wusste, musste z. B. das Husky-Camp mithilfe von Karten, Fachpersonen, Mitschülern, den Eltern oder dem Internet (evtl. sogar als Hausaufgabe) gefunden werden. Denn erst wenn der Ort exakt lokalisiert war, konnte die Geschichte auch korrekt online gestellt werden.

Am Freitag, den 11. September 2009, stellte Martina ihren Text und ihr Bild online. Sie war die allererste, die ihren Text auf Schweizr.ch online stellte und die restlichen Geschichten tröpfelten im „Zwei-Geschichten-pro-Tag-Rhythmus“ rein. Ganz schnell schrieben die Kinder aber bereits eigene Texte zu selbstgewählten Themen und stellten diese von Zuhause aus auch gleich selber online! Das System hatte sich verselbständigt… – vermutlich ganz im Sinne des Erfinders!

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Jeder Rappen zählt!

Jeder Rappen zählt

Die Schülerinnen und Schüler wollen nächste Woche am Projekt „Jeder Rappen zählt“ mitmachen und verbinden das mit dem iPhone-Projekt. Alle spenden nächste Woche mindestens den Betrag, welchen sie für Telefonie, SMS und Datenverkehr ausgeben würden, wenn sie nicht in der Projektklasse wären (die meisten wollen aber mehr als diesen Betrag beisteuern). Ich finde die Idee toll und mache natürlich auch mit!

Weitere allgemeine Informationen unter www.jrz.ch oder direkt zu unserem Projekt.

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iMotion – Trickfilme machen

imotion

iMotion
Diese App kostet 1.10 Fr. (App-Store-Link).

Die Klasse 5c hat nicht die Schweinegrippe, aber das Trickfilm-Fieber. Endlich kamen wieder einmal die alten Spielzeugautos, Lego- und Playmobilfiguren zum Einsatz. Es wurden aber auch fleissig eigene Figuren aus Knete geformt.
Gearbeitet haben die Kinder in 2er oder 3er Gruppen.

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Die Gefahr dabei ist (und dies ist praktisch bei allen einmal passiert), dass derjenige, der die Fotos macht, zu früh abdrückt und somit noch Hände der Kollegen im Bild sind (*). Zudem haben sich jene Kinder, welche nach beendeter Arbeit (150- 300 Fotos), den Film nicht abgespeichert haben, zu Recht über sich geärgert.
Ansonsten hatten aber alle riesig viel Spass an der Sache.

iMotion-Trickfilm downloaden

(*) Die aktualisierte Version von iMotion lässt nun Einzelbildbearbeitung zu, so können nachträglich die falschen Bilder entfernt werden.


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Wann wird telefoniert? Nicht im Unterricht!

„Wie würden heutige Kinder mobil telefonieren, wenn es für sie kostenlos wäre?“ lautet eine spannende und kontrovers diskutierte Frage. Wenn man davon ausgeht, dass Mobiltelefontarife in den kommenden Jahren massiv sinken werden, dann ist die Frage gar nicht so utopisch, wie sie auf den ersten Blick scheint.

Ist es wirklich so, dass nur die Kosten Kinder davon abhalten, dauernd und überall mit dem Handy zu telefonieren? Die Projektanlage des iPhone-Projekts an der Projektschule Goldau macht es unter anderem möglich, diese Frage ganz praktisch zu untersuchen: Weder die Kinder der Projektklasse noch ihre Eltern müssen bezahlen, wenn die Kinder telefonieren oder SMS versenden. Zumindest in finanzieller Hinsicht sind somit (theoretisch) keine Grenzen gesetzt. Die Kinder werden aber selbstverständlich dazu angehalten, das Mobiltelefon massvoll zu nutzen. Sie haben sich dies auch im selbst erarbeiteten Vertrag so auferlegt. Wie sieht nun die Praxis aus?

Nach dem ersten Wochenende, an welchem die Kinder das Mobiltelefon nach Hause nehmen durften, hat der Klassenlehrer Christian Neff die Kinder gefragt, wie sie denn das iPhone genutzt hätten:

„Ein Drittel hat nicht telefoniert, ein Drittel nur kurz, einer 40 Minuten und der Rest maximal 20 Minuten.“

‚“Sagen die Kinder“ sagt der Klassenlehrer. ‚ liesse sich einwerfen. Versuchen die Kinder ihre Mobiltelefonnutzung klein zu reden, wohlwissend dass dies einem erwünschten Verhalten entsprechen würde?

Im Projekt stehen uns monatlich detaillierte Einzelverbindungsnachweise zur Verfügung, die uns akribisch jedes SMS und jeden ausgehenden Telefonanruf mit Zeitpunkt, Zielnummer und bei Telefonaten auch der Dauer dokumentieren. Die nachfolgende Grafik zeigt alle 245 ausgehenden Telefonanrufe der 17 Kinder im Oktober 2009: Jedes ausgehende Telefonat ist mit einem Kreis im Diagramm repräsentiert, wobei der Ort im Diagramm den Zeitpunkt und der Durchmesser des Kreises die Dauer des Telefonats angibt (für grösseres Bild auf Grafik klicken).

ausgehende-telefone-kinder-oktober09-stundenplan-ohne-zoom

Wirklich viel zeigt dieses Diagramm ja nicht. Gut sichtbar ist das mit 36 Minuten längste Telefonat an einem Sonntagabend, fast alle anderen Telefonate waren von zu kurzer Dauer, als dass sie überhaupt sichtbar sind, wenn für Zeitpunkt und Dauer dieselbe Skala verwendet wird. Im zweiten Diagramm wurden deshalb die Kreise um den Faktor 10 vergrössert. Gleichzeitig wurden die Unterrichtszeiten als gelbe Rechtecke ins Diagramm integriert (für grösseres Bild auf Grafik klicken):

ausgehende-telefone-kinder-oktober09-stundenplan-mit-zoom

Diese Grafik ist nun doch einiges aussagekräftiger. Vor allem zeigt sie, dass im  Oktober 2009 praktisch nie im Unterricht telefoniert worden ist. Ein Nachschauen in den Originaldaten bringt ein einziges Telefonat an einem Freitagmorgen von 37 Sekunden zum Vorschein. Das ist für die am Projekt Beteiligten keine Überraschung: Telefonieren im Unterricht ist nicht vorgesehen. Die Grafik zeigt nun, dass es auch nicht vorkommt. Sie zeigt noch etwas anderes: Die durch den Klassenlehrer erhobenen und gebloggten Aussagen der Kinder werden durch die harten Daten bestätigt. Die Kinder (und der Klassenlehrer…  ) berichten wahrheitsgemäss, was die Nutzung der Mobiltelefone betrifft ;-).

Auffallend ist auch, dass am Samstag deutlich häufiger telefoniert wird als am Sonntag. Woran liegt das? Hier sind weitere Nachforschungen und auch weitere Zahlen notwendig. Anfangs Dezember werden die Novemberzahlen vorliegen, die bereits stärker der Alltagsnutzung entsprechen dürften, da in den vorliegenden Zahlen vermutlich noch viele Testanrufe und ähnliches drin sein dürften.

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Das iPhone-Projekt läuft weiter

Anfangs September hatte die Schweizerische Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener gigaherz.ch beim Schwyzer Bildungsdepartement Aufsichtsbeschwerde gegen die Schulkommission, die Schulleitung und den Projektleiter des  iPhone-Projekts eingereicht. Der Verein verlangte die sofortige Einstellung des Projekts wegen übermässiger Strahlenbelastung der beteiligten Schulkinder.

In der Folge wurden sowohl die Schulkommission als auch die Projektleitung von der Bildungsdirektion um eine schriftliche Stellungsnahme zu den in der Aufsichtsbeschwerde genannten Vorwürfen gebeten. Aus Sicht der Projektleitung sprachen folgende Gründe für eine Abweisung der Aufsichtsbeschwerde:

  1. Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte: Im Projekt werden nur Geräte eingesetzt, die bezüglich Strahlenbelastung in der Schweiz zugelassen sind und vorhandene geltende Grenzwerte einhalten.
  2. Umfassende Information aller Projektbeteiligten: Alle am Projekt Beteiligten wurden vor Projektbeginn umfassend informiert und haben ihr Einverständnis zum Projekt gegeben. Dies betrifft insbesondere die Eltern der beteiligten Schulkinder.
  3. Schriftliche Einwilligung der Eltern: Nach der ausführlichen Information und Diskussion des Projekts haben alle beteiligten Eltern schriftlich ihre Einwilligung zum Projekt gegeben.
  4. Technische Massnahmen zur Begrenzung der Strahlenbelastung: Im Projekt wurden verschiedene Massnahmen zur Begrenzung der Strahlenbelastung getroffen.
  5. Schulung der Betroffenen bezüglich Strahlenbelastung: Alle Beteiligten wurden im Rahmen des Projekts bezüglich Strahlenbelastung und Möglichkeiten zu ihrer Reduktion informiert und geschult.
  6. Strahlungsarme Nutzung der Geräte in der Schule geplant: Im Projekt stehen Nutzungen im Vordergrund, die keine grosse Strahlenbelastung verursachen. Telefonieren im Schulzimmer wird die Ausnahme bleiben.
  7. Kontrolle und Begrenzung der Mobilfunknutzung möglich: Der Klassenlehrer hat die Möglichkeit, die Mobilfunknutzung der Kinder zu kontrollieren und gegebenenfalls auch zu begrenzen.

Die detaillierte Stellungsnahme der Projektleitung ist als PDF downloadbar.

An seiner Sitzung vom 26. November 2009 hat der Erziehungsrat des Kantons Schwyz nun beschlossen, keinen Abbruch des Projekts zu verfügen und die Aufsichtsbeschwerde abzulehnen.

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In einem Zeitungsinterview meinte der Bildungsdirektor des Kantons Schwyz, Walter Stählin, der Entscheid sei vor allem aus juristischen Gründen erfolgt:

Wir haben vor allem den rechtlichen Aspekt angeschaut. Und mussten beurteilen, ob der Schulrat rechtswidrig gehandelt
hat. (Walter Stählin in der Zürichsee-Zeitung Obersee, 28.11.2009, S. 9)

Allerdings sei diesem Entscheid durchaus eine intensive Diskussion vorangegangen, was die gesundheitlichen Risiken von Mobiltelefonen angehe, so Stählin:

Wir sind auch sensibilisiert, was die Strahlenbelastung angeht. (Walter Stählin in der Zürichsee-Zeitung Obersee, 28.11.2009, S. 9)

Dieser Aussage können sich wohl alle Beteiligten des iPhone-Projekts anschliessen. Weder die Schulkommission, die Schulleitung, die Lehrpersonen, die Projektleitung noch die Eltern und ihre Kinder nehmen das Thema Strahlenbelastung auf die leichte Schulter. Mit verschiedensten Massnahmen wird versucht, diese gering zu halten. Trotzdem sind alle Projektbeteiligten erleichtert über den Entscheid des Erziehungsrates und danken dem Erziehungsrat für seine Unterstützung.

P.S.: Erste Auswertungen des Nutzungsverhaltens zeigen in diesen Tagen auch, dass – wie geplant und kommuniziert – im Unterricht gar nicht telefoniert wird. Details…

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SimpleMind Xpress

simplemindxSimpleMind Xpress
Diese App ist kostenlos (App-Store-Link) es gibt aber auch eine kostenpflichtige Variante für 7.70 Fr.

Im diversen Lehrmitteln wird verlangt, eine Mind-Map zu erstellen. Im Deutschbuch „die Sprachstarken“ mussten die Schüler so ein MindMap zum Thema „Morpheme“ machen und ich war mit dem Resultat recht zufrieden. Toll war, dass ich gegenüber der Papiervariante das Ergänzen und Korrigieren einfacher möglich war. Ich glaube, dass diese App noch öfter im Einsatz stehen wird.

Hier noch ein Beispiel zum Morphem *lach*
lach

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