nochmals Good Pr@ctice

Ich fuhr heute sehr motiviert und interessiert nach Bern und freute mich auf viele innovative Ideen. Bei vielen Projekten fiel mir auf, dass eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ebenen statt gefunden haben muss. Bei unserem Projekt Lerntagebuch erlebte ich, wie Theorie (Wissenschaft), Praxis (Unterricht) und Technik (Programmierung) gut zusammen gearbeitet haben.

Ich wünsche mir, dass weiterhin so tolle Projekte entstehen und dass es möglich ist, die nötigen Finanzen zu „finden“.

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Lernburg

Heute wurden also in Bern die Good pr@ctice Projekte vorgestellt und wir durften für unser Projekt sogar einen Förderpreis entgegen nehmen.

Mir haben mehrere Projekte gefallen, ein Projekt, das ich speziell noch erwähnen möchte, ist die Lernburg. Diese Software bringt den Schülern das Mittelalter in 9 Hauptthemen näher. Es hat sehr passende Musik, Bilder, Animationen, welche sich alle auf das Schloss Lenzburg beziehen. Da ich in meinem Unterricht zum Thema Mittelalter bisher ähnliche Unterthemen behandelte, werde ich diese Software das nächste Mal sicher einbeziehen.

Schade nur, dass die Daten nicht gespeichert werden, d.h. ich kann nicht für jedes Kind einen Account eröffnen und habe somit auch keine Kontrolle was der Schüler in dem Programm schon erarbeitet hat.

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Web 2.0 und die Lehrerschaft

Wie läuft es mit Web 2.0 unter der „Primar“-lehrerschaft? Entwickelt sich dieselbe Revolution wie in anderen Bereichen? Eigentlich müsste die Lehrerschaft ob der unzähligen Möglichkeiten frohlocken. Aus meiner Sicht passiert aber viel zu wenig! Ein Beispiel dazu sind die „Tauschbörsen“ wo man gute Unterrichtsideen finden soll. Dies wäre doch die Möglichkeit gemeinsam vorwärtszukommen. Im Moment glaube ich noch nicht daran und dies hat zwei Gründe: 1. Starke Lehrpersonen arbeiten alleine und/oder unterschätzen sich. 2. Schwache LP überschätzen sich und laden oftmals Material in Tauschbörsen hoch, die weder durchdacht, noch evaluiert sind.
Einige Beispiel aus meiner Erfahrung: Wenn ich erfahrene, gute Lehrpersonen anfrage, ob sie zum Thema xy etwas haben, staune ich immer wieder, was sie so im Ordner oder im Computer für sich horten. Es sind immense Datenmengen und oftmals gut strukturiert und evaluiert. Oft erhalte ich dann die Daten digital oder analog, mit der Bitte, die Fehler doch zu übersehen und allenfalls zurückzumelden. Auf die Frage, warum sie es nicht online zur Verfügung stellen, bemerken sie, dass sie ja dann die ganze Sache noch aufbereiten müssten und dass es sich nicht für die Masse eignen würde. Kehrtum treffe ich in den meisten „Tauschbörsen“ auf digitale Inhalte, welche ich, hätte ich sie für eine Unterrichtssequenz selber erstellt, nicht einmal auf dem privaten Rechner speichern würde. Selbstverständlich gilt dies zum Glück nicht für alle Inhalte, aber ich muss mich durch mehrere Dokumente klicken, bis ich zu einer Perle gelange (und es gibt wirklich wunderbare Perlen – danke an jene Uploader!)
Es müssen übrigens nicht nur Lehrpersonen sein, die sich überschätzen: vor Jahren erhielt ich von einem lic. phil. eine Arbeit, welche ich nach seinen Angaben „ungesehen im Unterricht einsetzen könne“. Das habe ich dann fälschlicherweise auch gemacht und musste die Unterrichtseinheit abbrechen. Der lic. phil ist mittlerweile dank dieser Doktor-Arbeit Dr. phil. und arbeitet in der Lehrerbildung …
Es gibt aber durchaus Ansätze, welche Besserung versprechen:
unterrichtsmedien.ch -> Inhalte werden von LP gewertet (Community besteht aber nicht)
Österreich: gute Lerninhalte werden vom Bildungsministerium (?) finanziert und für andere bereitgestellt (Wunschdenken)
GoodPr@ctice: gute Unterrichtsprojekte wurden vom BBT mitfinanziert

An der diesjährigen SFIB-Tagung wurde ein neues Tool von educanet2 vorgestellt, welches e-Content via educanet2-Plattform bereitstellen soll. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies Zukunft hat:

1. weil eine grosse Organisation dahintersteht
2. weil die Plattform bekannt ist
3. weil die Inhalte gewertet werden können
4. weil die Lehrpersonen einige Inhalte zusätzlich bearbeiten können (Metadaten)
5. weil man alte Fehler hoffentlich nicht mehr macht
6. weil Lehrer eher etwas bereitstellen, wenn sie selber auch gute Inhalte erhalten

Stolpersteine könnten folgende sein:
1. educanet2 scheint sich nur in der Westschweiz wirklich zu etablieren (warum machen z.B. ZH und ZG nicht mit?)
2. Harmos bringt nicht die möglichen Harmonisierungen und Anpassungen
3. Lehrpersonen arbeiten weiterhin lieber einsam …

Ich wünsche der Lehrerschaft, dass es endlich mal klappt!

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Netzwelten

An der GoodPr@ctice Preisverleihung wurden fünf Projekte mit Förderpreisen belohnt. Nebst dem hauseigenen Produkt lerntagebuch.ch fand ich Netzgeschichten ein geniales Produkt. Es ist einfach, schnell, überall verfügbar, motiviert die Kinder im Texte schaffen und ist stufenübergreifend. Ein Tool, das hoffentlich noch grosse Tage vor sich hat. Die Rechtestruktur und Administrationsmöglichkeiten sind gut ausgebaut, aber was noch fehlt für den richtigen Durchbruch ist wahrscheinlich eine Benachrichtigungsfunktion (z.B. RSS) wenn neue Texte der Klasse online sind.

Gratulation zum Projekt – ich werde es nutzen!

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…auch Goldfinger

Nach einer erlebnisreichen letzten Woche in der Schulverlegung in Yverdon, bin ich heute mit meinen Schülern mit Vollgas in die 6. Klasse gestartet. Dazu gehört auch der Schulversuch Tastaturschreiben. Die Einführung war kurz und bündig, die Schüler haben sofort verstanden und losgelegt. Es ging keine 10 Minuten bis die ersten die Spiele auf dem Programm entdeckten, mit all den schönen Luftballons…

Auf jeden Fall sind sie motiviert, das 10-Fingersystem zu lernen. Bin ja mal gespannt wie lange es dauert, bis die ersten merken, dass es ganz schön viel Übung braucht…

Wie immer ohne Fleiss, kein Preis und das ist für einige sehr schwer!

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alt oder multimedial

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Heute haben meine Schüler erstmals an den PC’s ein 1×1-Lernprogramm gebraucht. Das Programm „Sabe-Soft“ stammt aus dem Jahre 1984 und läuft nur unter DOS. Den Milleniumswechsel hätte es auch nicht überstanden, weshalb meine Schüler nun vom Datum her in den 90iger Jahren üben! Weshalb so ein altes Programm? Es ist meiner Ansicht nach immer noch das Beste! Als Lehrperson erwarte ich, dass meine Schüler in diesem Fall möglichst viele 1×1-Rechnungen in möglichst kurzer Zeit üben. In vielen neueren multimedialen Edutainment-Lernprogrammen geht viel Zeit verloren und die netten Bärchen, verspielten Bälle und Luftballons, welche die Rechnungen bringen, öden die Schüler nach kurzer Zeit sowieso an! In diesem Fall wähle ich lieber „alt“!

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Compt Zeit, compt Rat!

Ich hatte in den Sommerferien den Auftrag der PHZ erhalten, zu Beginn des neuen Schuljahres (und bis Ende August) in meiner Klasse den Stand der Schreibfertigkeit an der Computertastatur zu evaluieren. Dazu wurde eine Unmenge Unterlagen (Fragebögen, Anleitungen, Journale usw.) in digitaler Form per E-Mail wie auch in kopierter Form per Post und natürlich das zu installierende Schreibprogramm namens TIPP10 zugestellt!

Nachdem ich das Programm auf meinen zwei Steinzeit-PC’s gezogen hatte, probierte ich es kurz aus! Soweit, so gut! Am 2. Schultag füllte ich zusammen mit der Klasse (anhand der Anleitung) den Fragebogen aus und erklärte den Schülern in 5er-Gruppen (via Anleitung) kurz das Programm am PC. Dann ging’s (wegen Zeitmangel ohne Vorübungen) los!
Ich hatte jeden Schüler einem bestimmten Wochentag zugeordnet, an dem er zusammen mit einem Mitschüler den vorgegebenen Prüfungstext während 10 Minuten abtippen musste. Bevor man mit TIPP10 starten konnte, musste man einige Punkte anklicken und die Zeitlimite auf 10 Minuten festlegen. Gesagt, getan! Die ersten zwei Schüler machten sich an die Arbeit und tippten fleissig in ihrem „Adlersystem“ den Text ab. Als die Zeit bei 10 Minuten ankam, stürzte das ganze Programm ab! Es wurden keine Angaben gespeichert und die Kinder mussten es erneut versuchen. Ich entschuldigte mich!

Nach weiteren 10 Minuten passierte es wieder: Totalabsturz!

Okay, dachte ich mir, jetzt muss ich mir was einfallen lassen! Ich liess die nächsten beiden an den PC und stoppte das Programm einfach um 9:57 und las dann die verlangten Ergebnisse vom Bildschirm ab. So kam ein Kind nach dem andern dran und ich sprang jeweils nach 9:30 Minuten zu den zwei PC’s und stoppte das Programm 3 Sekunden vor Schluss. Nach 6 Schülern fiel mir dann aber plötzlich auf, dass die Zeitangabe am PC überhaupt nicht mit der realen Zeit übereinstimmte. Also stellte ich nun den Wecker auf 10 Minuten und sprang, wenn’s läutete, schnell zu den tippenden Kindern am PC und stoppte ihre Arbeit. Dabei musste ich keine Angst haben, dass der Computer abstürzen konnte, weil die Computerzeit dann erst bei 6:54 oder 7:18 oder 8:32 war!

Morgen habe ich die letzte Testrunde mit den 3 letzten Schülern. Dann schicke ich die Ergebnisse mit beigelegtem Couvert genau rechtzeitig an die PHZ, wo sie dann evaluiert und wissenschaftlich untersucht werden. Ich freue mich jetzt einfach, dass die Klasse erst wieder Ende Schuljahr getestet wird und ich nicht mehr so rumrennen muss.

Aber, genau diese meine 4. Klasse wird in Zukunft der Projektschule Goldau angehören, unsere Schulzimmer sind bis November mit 3 neuen Laptops und Internetanschluss versehen und ich lerne als ICT-Integrator täglich etwas mehr über die Arbeit der Menschen mit diesen „Teufels“-Maschinen, die unser Leben verändert, bereichert und (leider auch stark) eingenommen haben. Ich weiss deshalb schon heute, dass es eigentlich nur noch besser kommen kann.

Als absolutes Greenhorn im Bereich ICT und „Computer in der Schule“ kann ich also vorerst nur sagen: Kommt… äh, compt Zeit, compt Rat! Im Juli 2008 werde ich sehen, ob’s dann auch so gekommen ist!

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Rückblick

Vor den Sommerferien schrieb ich fürs Portfolio einen Rückblick. Wenn ich jetzt die Einleitung dazu lese und mit den momentanen Fähigkeiten der neuen Klasse vergleiche, kann ich mir nicht vorstellen, dass es wieder so weit kommt! „

Ich gebe nun die erste Klasse, welche ich während der zwei Jahre Projektschule Goldau unterrichtete nach Oberarth in die Oberstufe. Ich bin sehr gespannt, wie es für meine Schülerinnen und Schüler weitergeht. ICT ist für sie zur vollständigen Selbstverständlichkeit geworden, wie folgendes Erlebnis dokumentiert:Wie jedes Jahr mache ich mit den Schülern am Ende der Schulzeit freie Vorträge. In den vorherigen Jahren war der Medieneinsatz jeweils eher die Ausnahme, bei dieser Klasse der Standard. Da lässt eine Schülerin von ihrem MP3-Player die Nationalhymne von Tansania ab, ein Schüler erklärt anhand eines Online-Spiels die verschiedenen Möglichkeiten vom Pokerspiel, eine andere Schülerin zeigt behende mit Google-Earth die Verbreitung des Regenwaldes zwischen dem 10 und 20 Breitengrad, ein Schüler lässt eine witzige Szene von Youtube als Einstieg zum Unihockeyvortrag ab, im Australienvortrag tauchen wir 3D-mässig mit einem QTVR in die Oper von Sydney, usw. Dass sie daneben auch Power-Point-Folien und DVDs/TV, sowie Musik einbauen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Die Inhalte der Vorträge wurden selbständig im Netz auf zahlreichen Seiten (fast nie auf Google) recherchiert und nur noch vereinzelt werden auf Arbeitsblättern Bilder nicht digital integriert, sondern geklebt. „

 Tja, mal schauen, was auf uns zukommt. Im Moment beschäftige ich mich noch nicht mit ICT, sondern eher mit klassischen Interventionen, zu langen Moralpredigten und dauernden Zurechtweisungen! 

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Goldfinger

„Wann schaust du alle diese Filme?“ Dies war der Kommentar meines 6 jährigen Sohnes Andres, als er diese DVD-Hüllen auf dem Tisch sah.

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Es handelt sich dabei natürlich nicht um James Bonds Goldfinger (29x derselbe Film – selbst bei 007 eher zuviel des Guten), sondern um 29 Exemplare von Golfinger Junior. Ich werde mit meiner 5. Klasse zwei Jahre lang das 10-Finger-Tastaturschreiben üben. Der Kanton Schwyz führt eine Evaluation durch und wird dabei vom IMS wissenschaftlich begleitet. Ich bin auf die Fortschritte der Schülerinnen und Schüler, sowie auf die Evaluation sehr gespannt. Dies wäre er also, mein erster Blogeintrag …

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Space Navigatoren für das Lernen in der dritten Dimension

Auf den Schuljahresbeginn erhält die Projektschule Goldau zwei Space Navigatoren:

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Diese futuristisch aussehenden Computermäuse ermöglichen das Navigieren in sechs Freiheitsgraden und erleichtern das Arbeiten in 3D-Umgebungen wie Google Earth oder Google Sketch-Up.

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Das kostenlose 3D-Geografieprogramm Google Earth bietet Karten, Höhenmodelle und Satellitenaufnahmen der gesamten Welt in teilweise beeindruckender Qualität und eignet sich für den Geografieunterricht bereits auf der Primarstufe. So kann zum Beispiel die eigene Gemeinde, der eigene Kanton oder die nächste Schulreise virtuell erkundet und dokumentiert werden.

In den nächsten drei Jahren werden die Möglichkeiten in Kombination mit Google Sketchup noch zahlreicher. Eine Klasse oder ein Schulhaus kann als Projekt das eigene Schulhaus in Google Sketchup modellieren und danach in Google Earth veröffentlichen. Hier kommt Mathematik, Geometrie und Problemlösen ins Spiel und es macht den Schülerinnen und Schülern erst noch Spass! (Warum nur in den nächsten drei Jahren? Bis dann werden wohl alle Schulhäuser in Google Earth erfasst sein, so wie innert kurzer Zeit alle Schweizer Gemeinden in Wikipedia erfasst waren und diese Unterrichtsidee somit praktisch nicht mehr umsetzbar ist.)

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