einfach präsentieren

Vor Jahren habe ich mir einen Beamer angeschafft, weil ich nicht mehr umständlich den Schulhausbeamer reservieren, holen, einrichten und im Anschluss an die Lektion wieder versorgen wollte. In der Folge hat sich  der Einsatz digitaler Präsentationen vervielfacht. Kurz ein Bild zu einem Thema, ein Ort auf Google-Earth, eine Lösung zu einer Übung oder ein Youtube-Film zeigen zu können und zwar ohne grossen Aufwand – das erleichtert den Alltag. Zum Start des iPhone-Projekts stellte mir dann die PHZ noch einen Visualizer ins Zimmer (Patrik Bernhard hat sogar diesen privat finanziert, bzw. gefertigt ;-)) mit dem Ergebnis, dass der Hellraumprojektor nur noch als Abstelltisch sein Dasein fristet.

Seit anfangs Schuljahr habe ich den Beamer noch um ein Apple-TV erweitert und kann so noch einfacher mit AirPlay präsentieren. Beamer und Apple TV einschalten, einige Sekunden warten und direkt vom iPhone auf die Leinwand präsentieren – so einfach geht das. Seit die Kinder die iPod’s nach Hause nehmen durften, häufen sich natürlich auch ihre Fotos und statt einfach vom Wochenende zu erzählen, erweitern sie ihre Berichte durch Bilder und Filme.

Da nun jeder seine Bilder und Filme zeigen kann, könnte man vor einem Chaos Angst haben, denn immer der letzte, der auf Airplay klickt, hat sein Bild auf der Leinwand. Beat Döbeli spricht in einem Blogposting von der Demokratisierung des Beamers oder von Occupy Beamer. Ich hatte bisher mit meinen Schülerinnen und Schülern keinerlei Probleme – sie gehen sehr kompetent mit diesem Medium um.

Momentan üben wir auf den Fahrradtest und dank dieser Einrichtung kann ich schnell und einfach Videocoaching mit den Schülern durchführen. Einen kleinen Film am Kreisel, beim Linksabbiegen oder beim Stoppsignal aufnehmen und im Schulzimmer „Airplayen“ – so einfach. Wenn sie sich selber sehen, ist der Lerneffekt ungleich höher, als wenn ich nur sage: „Im Kreisel musst du das Handzeichen früher machen.“

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Nicht besser, aber…

Am 23. April 2012 erhielten meine Schüler ihr erstes „iPod“-Diktat. Man könnte es auch „iPhone“-Diktat nennen, denn die Idee dazu stammt vom Zimmernachbarn Neff, der sie schon lange vor mir gebar und durchführte. Ein „iPod“-Diktat oder „MP3“-Diktat bedeutet, dass die Schüler den gesamten Diktat-Text nicht nur vorgängig auf einem Arbeitsblatt erhalten, sondern zusätzlich dazu auch noch in einer E-Mail – vom Lehrer diktiert – als MP3 zugeschickt bekommen. Wie gesagt, dies alles „schnell geboren und ausgeführt“ von 7:30 -7:45 Uhr (siehe unter „Danke Frau Chassot„). Dieses MP3 konnten sie sich nun zu jeder Zeit anhören und den Text dazu auf ein Blatt schreiben. Auch daheim. 3 Tage lang.
Am 26. April schrieben die Kinder dann den ganzen Diktattext in Prüfungssituation (mit aufgestellten Ordnern) mithilfe ihres iPods ins Heft. Dazu benutzte jedes Kind seinen Kopfhörer und arbeitete in seinem eigenen, individuellen Tempo mit „Play“ – hören – „Pause“ – schreiben. Für mich als Lehrer eine (ent)spannende Erfahrung.

Das Feedback nach dem Diktat war ebenfalls spannend. Als positiv wurden folgende Punkte genannt: Chancengleichheit in der Vorbereitung und bei der Durchführung, mehrmaliges Durchhören möglich, individuelle Geschwindigkeit, bei Verständnisproblemen einzelner müssen nicht mehr immer alle andern warten oder man fühlte sich im Gegenzug nicht mehr so gehetzt. Als negativ wurde erwähnt, dass die Ohren danach ein wenig weh tun (nicht wegen der Lautstärke, sondern wegen den meist schlecht sitzenden Kopfhörern) und dass der iPod ab und zu wieder entriegelt werden muss, wenn man ihn zu lange nicht bedient.

Leider lag der Klassendurchschnit bei 4.3 und Kinder, die in der Rechtschreibung eh schon ihre liebe Mühe haben, wurden durch ein „iPod“-Diktat (leider) auch nicht besser, aber… – das individuelle Arbeiten und die Chancengleichheit bei der Vorbereitung sind in meinen Augen zwei wesentliche Pluspunkte, um künftig weitere „MP3“-Diktate durchzuführen. Und wer weiss, vielleicht wird dann auch der Schnitt eines Tages besser.

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Danke Frau Chassot!

Ich möchte hier ein paar Gedanken eines „ganz normalen“ Lehrers zum Brief der Direktorin der EKSD Isabelle Chassot über die Ausstattung der Schulen mit Tablet Computern loswerden. Beat Döbeli hat in Fribourg die Haltung vertreten, dass man sehr wohl gut überlegen und planen müsse, aber die im Brief genannten Probleme teilweise keine seien. So sei auch im iPhone-Projekt die Kritik gekommen, es gäbe noch keine Lehrmittel, aber das Projekt habe eigentlich genügend Einsatzszenarien auch ohne passende Lehrmittel gefunden.

Es ist in der Tat so, dass man keine Lehrmittel dazu braucht…. – wenn man innovativ genug ist. Beat Döbeli scheint dabei aber zu vergessen, dass er es – in seiner Welt – mit Christian Neff (und anderen ICT-Pionieren) zu tun hast. Sie erstellen selbständig Karteikarten in „Remme“ und kontaktieren sogar deren Erfinder, um das System vollumfänglich nutzen zu können. Sie durchsuchen den App-Store nach guten Programmen, die man sinnvoll einsetzen kann. Sie geben viel Geld für ihre persönliche ICT aus, damit sie wissen, was kommt und was sein wird. Sie sind technisch absolut versiert und kennen jeden Kniff, damit ICT-Probleme keine Probleme mehr sind. Sie sind die Piloten und Pioniere der „Tablets/iPods/iPhones und Wasweissichnochalles in der Schule“. Sie können unmöglich als „normale“ Lehrpersonen durchgehen.

Ein „normaler“ Lehrer begrüsst die Gedanken von Frau Chassot. Sie denkt richtig, bevor die Gemeinde (um Dranzubleiben) wieder haufenweise Geld für ICT ausgibt, die dann im Schulzimmer verstaubt, weil „Normalo“-Lehrer nicht damit umzugehen weiss. Wie auch? Es dauert bekanntlich Jahre, bis sowas einigermassen funktioniert. Eine sinnvolle Vorbereitung der Lehrpersonen auf den „digitalen Alltag“ ist also absolut korrekt und absolut notwendig.

Wenn man sieht, wie viele Menschen nicht einmal wissen, wie man im „Word“ Tabellen nach seinen Wünschen verändern oder Bilder so bearbeiten kann, damit sie optimal auf’s Arbeitsblatt passen, dann würde man Isabelle Chassots Vorbehalte verstehen. Man verstehe mich nicht falsch, innovative Arbeit in Ehren… – aber man darf die „Normalos“ unter all den innovativen Lehrpersonen nicht vergessen, die seit Jahren unermüdlich unterrichten und schon viele Veränderungen durchmachen mussten und sich – als pädagogischer Zehnkämpfer – nicht nur in ICT perfekt auskennen müssen, sie müssen auch das Schwimmbrevet haben, den CPR-Kurs machen, Elektrizität oder Magnetismus verstehen, Geschichte spannend vermitteln können, alle Schweizer Berge benennen können, jedes Dorf kennen, zaubern können, sich an der Stange hochziehen können, eine Bandsäge benutzen, einen Bohrer korrekt einstellen und damit umzugehen wissen, einen Kopierer sparsam bedienen, Bilder malen, Farben mischen, zeichnen können, kontrollieren, fotografieren, diskutieren, Inhalte korrekt vermitteln, Fernseher oder Dia-Projektoren bedienen, an der Wandtafel schön schreiben und manchmal sogar kleine Kamele durch Nadelöhre stossen…

Solange es Leute wie Frau Chassot gibt, wäre die Schule eine bessere. Sie überlegt vorher. Hätte es Frau Chassot schon beim Frühenglisch, beim Frühfranzösisch, bei der integrativen Förderung oder bei der integrierten Sonderschule gegeben, die Schule wäre heute klüger, als dass sie es ist. Sie ist zum „Schlachtfeld“ der aufstrebenden Politiker und Vordenker verkommen, die glauben zu wissen, was für die Kinder der Zukunft das Beste ist. Hallo? Noch nach über 20 Jahren täglicher Arbeit mit Kindern würde ich niemals behaupten, dass ich wüsste, was für die Kinder der Zukunft besser sein wird. Das „Jetzt“ bewusster zu leben, wäre sinnvoller. Und es ist (und war) die Jugend, die uns sagt, welche Bedürfnisse sie hat. Wir versuchen lediglich, diese möglichst früh zu erkennen, uns denen ein wenig anzupassen und dann den vom Lehrplan vorgegebenen Stoff möglichst „kindsgerecht“… ähm, ich meine stufengerecht zu vermitteln.

Natürlich: iPod Touch oder iPad sind geniale Instrumente für einen effizienten und zielorientierten Unterricht, welche mir persönlich viele neue Möglichkeiten bieten und eröffnen. Mir, der weiss, wie man schnell einen Diktattext aufnimmt und ihn allen Kindern als MP3 verschickt, damit sie ihn zuhause vorbereiten können. Und dies – wohl gemerkt von der „Geburt der Idee“ bis zur Vollendung – alles zwischen 7:30 – 7:45 Uhr, damit ich noch Zeit für meinen Morgenkaffee habe, um Christian Neff zu fragen, welche Erfahrungen er damals mit den seinen MP3-Diktaten gemacht hat, bevor es um 7:55 Uhr zum Unterricht klingelt.

Aber ich bin ja auch kein „normaler“ Lehrer, oder doch? Somit bleibt mir nur zu sagen: Bravo Frau Isabelle Chassot für Ihren Brief und danke für ihre begründeten Vorbehalte!

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Achtung, die Radfahrer kommen!

Da in der 3. Klasse und 5. Klasse jeweils ein Radtest stattfindet und noch nicht alle Drittklässler ihr Fahrzeug wirklich beherrschen, ist es absolut notwendig, die Radstrecke mit der Klasse zuerst einmal abzulaufen. Dafür benötigt man in Goldau (mit einer ganzen Klasse) durchschnittlich ca. 45 Minuten. Ich persönlich dachte mir, ich mache dann auch gleich noch ein paar Fotos von den markanten Stellen und Kreuzungen, um sie nachher den Kindern nochmals zeigen zu können. Kurz vor dem Abmarsch packte ich also meinen iPod Touch aus dem Hosensack und fotografierte so den Startpunkt. Da schoss mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf: Wieso machen die Kinder eigentlich diese Fotos nicht auch gleich selbst?
Also, alles kehrt! Schnell zurück ins Schulzimmer und den iPod Touch holen. Alle bereit? Ja? Also los! Und… – vorwärts Marsch! Wir spazierten durchs ganze Dorf und sahen ungefähr so aus, als wären wir eine kleine japanische Reisegesellschaft, die auf der Durchreise alles fotografiert, was ihnen vor die Linse springt. Natürlich brauchten wir auch „etwas“ länger für die ganze Rundstrecke und bestimmt haben auch nicht alle optimale Bilder geschossen, aber jedes Kind kann nun seine Bilder in aller Ruhe und zu jeder Zeit durchschauen und nötigenfalls noch mit einem Partner austauschen.

Fazit: Jedes Kind kennt nun die Radstrecke und hat die schwierigen Stellen als digitales Bild im Hosensack mit dabei. Das Praktische ist zusätzlich, dass man die Fotos auf zoomen kann, um gewisse Stellen oder Verkehrsschilder so noch genauer anzuschauen. Zudem gibt’s einen tollen „Verkehrszeichen“-App für 1 Fr. im App-Store, mit dem man die alle Verkehrszeichen der Schweiz für den Velotest trainieren kann und beim „Remme“-App kann man 97 Karteikarten von cenehitsch abonnieren, bzw. downloaden, die einem perfekt auf den theoretischen Teil des offiziellen Radtest vorbereiten. Jetzt heisst’s einfach nur noch: Üben, üben, üben! Das übernimmt bis jetzt noch kein App für uns…

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Digitaler Alltag in 140 Sekunden

Der Lokalsender Tele-Züri hat sich seit Projektbeginn für das Projekt Digitaler Alltag interessiert, insbesondere für die Klasse, die mit Tablets ausgerüstet worden ist (siehe dazu Unterfliegen die iPod touch den Radar der (Medien-)Pädagogen?). Uns war es aber wichtig, den Titel des Projekts ernst zu nehmen. Und Alltag beginnen die Geräte erst jetzt zu werden, wo die Schülerinnen und Schüler der beiden 5. Klassen die Geräte auch nach Hause nehmen dürfen.

Vergangene Woche war nun David Karasek einen halben Vormittag zu Besuch in der Klasse von Christof Tschudi. Daraus entstanden ist ein Bericht von ca. 140 Sekunden Länge, der einen ersten Einblick ins Schulzimmer bietet.

Zur Überraschung des Journalisten stand Wochenplan auf dem Programm, so dass Christof Tschudi während anderthalb Stunden nie vor der Klasse stand und Frontalunterricht praktizierte. Stattdessen waren die Kinder wärend den anderthalb Stunden (für mich immer wieder) erstaunlich ruhig und konzentriert an ihren individuellen Aufgaben (darum auch die entsprechende Aussage hier). Etwas schade finde ich, dass von den vielen spannenden Erfahrungen mit dem iPad zuhause (die Tochter sucht passende Apps für die Schwester etc.) die Mutter nur mit den möglichen Gefahren zitiert wurde, von denen sie aber selbst sagt, dass die auch ohne das Projekt heutzutage vorhanden seien und im Gegenteil das Projekt entsprechende Präventionsarbeit leiste.

Was mir hingegen sehr gefällt ist der Blick ins Schulzimmer, der zeigt, dass auch im digitalen Alltag Bleistift, Schere und Leim weiterhin ihren Platz haben 😉

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Hörst du, wie die Flammen flüstern?


Nur ganz kurz: Wir machten diese Woche eine kleine Gruppenarbeit zum Gedicht „Das Feuer“ (aus Sprachstarken Band 3, Seite 48) mithilfe der Aufnahmefunktion „Sprachmodus“ des iPod Touch. Die Kinder durften ihren 4-Zeiler (als Hausaufgabe) vorbereiten und beim Vortragen aus dem Buch ablesen. Dabei sassen sie im Kreis und gaben den iPod Touch von Kind zu Kind weiter. Die aufgenommenen Gedichte schickte der Gruppenchef mir dann via E-Mail zu, die ich dann mit dem Programm iMovie bearbeitete und auf YouTube hochlud. Dies ist die erste Arbeit mit dem iPod Touch, bei der die Kinder sich selber beim Lesen hören. Die gesetzten Lernziele hiessen: Ihr gestaltet ein Gedicht im Chor und erkennt die Wirkung von Wörtern. Der digitale Alltag hat begonnen, zumindest im Schulzimmer. Nach den Frühlingsferien darf er dann auch Zuhause beginnen…

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Die iRoPods kommen…

Inspiriert wurde ich von einer Oase. So nennt man Seiten im „Sprachstarken“ (Deutsch-Lehrmittel), die zu keinem Themenblock gehören und zum Verweilen, Fantasieren oder Tüfteln einladen. Darin finden sich auf Seite 52/53 die sogenannten „Gesichter“. Das Bild oben sagt mehr als tausend Zeichen, oder? Also schickte ich im Zeichenunterricht am Dienstagnachmittag meine Schüler mit dem iPod Touch „bewaffnet“ auf grosse „Gesichter“-Entdeckungstour rund ums Schulhaus und dabei musste jedes Kind eigene Gesichter finden und fotografieren. Hatte man ein „Gesicht“ gefunden und fotografiert, musste man das Bild via E-Mail an meine digitale Schuladresse schicken. Nachdem ich die Bilder empfangen hatte, speicherte ich sie im Klassenordner ab und druckte sie gleichzeitig farbig aus. Dies passierte innerhalb von wenigen Minuten, so dass die Kinder ihre Bilder sehr schnell an der Wandtafel bestaunen konnten. Mit einem Apple-TV hätte man dies natürlich auch (bequemer) direkt auf den Beamer schicken können.

Die Kinder hatten nun in einem nächsten Schritt die Aufgabe eine Figur zum Gesicht zu kreieren und sie auf ein Blatt (DIN A4 oder A3) zu zeichnen. Ausgemalen musste man nicht mehr erkennen können, wo das Gesicht aufgeklebt war und wo gezeichnet oder gemalen wurde. Ausgeschmückt wurde das Bild noch mit ein wenig Hintergrund und einem erfundenen Namen. Auch ich suchte nach einem passenden Namen für diese Unterrichtssequenz und mir gefiel – nach einigem Hin und Her – der Name  „iRoPods“ am besten. Bestimmt gibt es viele ähnliche Unterrichtssequenzen, dennoch war es unsere erste kreative Arbeit mit dem iPod Touch und hoffentlich noch nicht die letzte. Inzwischen haben die Kinder sogar weitere Gesichter entdeckt und manche von den „iRoPods“ wurden sogar zu coolen Hintergrundbildern auf dem iPod Touch.

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Volle Kraft voraus

Das letzte Wochenende wurde heiss herbei gesehnt. Endlich durften die iPads den Weg nach Hause mitmachen. Davor gabs aber noch einiges zu erledigen.

Bereits vor einigen Wochen begann die Erstellung einer Nutzungsvereinbarung. Ähnlich wie bei Christian Neffs iPhone-Projekt vor zwei Jahren wurde der Vertrag von der Klasse selbst erarbeitet. Dieser Prozess führte über mehrere Schritte, jedes Kind hatte mehrfach die Möglichkeit, eigene Vorstellungen einzubringen. Die daraus entstandenen Diskussionen waren sehr spannend, und in meinen Augen auch notwendig. Dabei wurden auch unerfreuliche Themen wie Gewalt und Pornografie im Internet auf den Tisch gelegt. Der sichere Umgang mit den neuen Medien will gelernt sein, doch wer zeigt den Kindern den Weg dazu? Durch das Projekt „Digitaler Alltag“ kann ich diesen mitunter auch unangenehmen Themen gar nicht mehr aus dem Weg gehen, und ich bin froh darüber. Der Vertrag kann hier heruntergeladen werden.

An einem Elternabend wurde vorgestellt, was bisher in der Schule lief. Es war uns aber auch ein Anliegen, die Eltern darauf vorzubereiten, dass das iPad nun nach Hause kommt und welche Auswirkungen das haben könnte. Am Ende des Elternabends bestand dann noch die Möglichkeit, selber die Geräte der Kinder auszuprobieren. Davon wurde rege Gebrauch gemacht. Einige Eltern hinterliessen ihre Spuren in Form eines Fotos als neues Hintergrundbildes, andere Eltern waren froh, wenn sie das Gerät nur schon entsperren konnten. Heterogenität auch hier.

Gestern empfing ich die Kinder mit grosser Spannung aus dem Wochenende zurück. Wie war es denn nun zu Hause? Natürlich berichteten einige, dass ihre Geschwister oder Eltern das Gerät auch in die Finger nehmen wollten. Streit gab es aber so gut wie keinen deswegen. Die Nutzung betrug durchschnittlich weniger als eine Stunde pro Tag, was sich noch im Rahmen hielt. Vor allem wenn man bedenkt, dass einige Kinder noch Aufgaben fertig zu machen hatten, die sie im Verlauf der Woche nicht gemacht hatten.

Auch die nächsten Wochen erwarte ich mit Freude und Spannung. Bisher lief alles einwandfrei. Die Kinder sind mit Freunde und grossem Eifer an der Arbeit und gehen sorgfältig mit dem Gerät um. Die Eltern sind teilweise kritisch, aber stets konstruktiv und stehen dem ganzen offen und interessiert gegenüber. Am Elternabend hat sich deutlich gezeigt, dass sie hinter dem Projekt stehen. Das war auch für mich wichtig, denn so gehe ich die zusätzliche Arbeit gerne an.

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Vertrag unterzeichnet – iPod zu Hause

Wie vor zwei Jahren beim iPhone-Projekt bildete der erarbeitete Vertrag die eine Grundlage, dass die Schülerinnen und Schüler den iPod nach Hause nehmen durften. Der Vorgang war gleich wie damals. Gleichzeitig fand auch ein Elternabend zum Thema „Der iPod zu Hause“ statt, bei welchem die Eltern sehr zahlreich erschienen sind und sich durch uns informieren liessen. Ich finde es nach wie vor wichtig, einen Vertrag mit den Schülern gemeinsam zu erarbeiten und somit einen wahrscheinlich nicht astreinen, juristisch korrekten Vertrag zu haben, dafür einen, der von den Schülern und Schülerinnen verstanden wird.

Besonders interessant fand ich, dass die Schüler nach dem Abgeben des von ihnen und den Eltern unterschriebenen Vertrags eine Kopie für sich verlangten, damit sie auch später nachschauen können, was Sache ist. Dieser Wunsch kam vor zwei Jahren nicht und zeugt für mich von einem grossen Willen, den Vertrag wirklich einhalten zu können.

Nun hatten die Kinder den iPod zum ersten Mal zu Hause und eine Kurzumfrage zum Umgang mit dem iPod am Wochenende zeigt, dass das Gerät zwar gebraucht wurde, aber nicht zum Mittelpunkt avancierte. Das freut mich. Gemäss den Aussagen der Kinder gab es keine Probleme mit den Eltern wegen übermässiger Nutzung. Drei Viertel der Klasse haben den iPod mit dem privaten W-Lan verbunden und viele haben sich rege via FaceTime ausgetauscht. Probleme gab es bei vier Schülern mit dem Synchronisieren der iPods, das war allerdings auf eine Fehlinformation meinerseits zurückzuführen.

Ich bin froh, dass wir nun die Handbremse gelöst haben und freue mich auf die kommende Zeit.

Für Interessierte stellen wir den Vertrag zum Download zur Verfügung – aber eben: selber erarbeiten macht’s aus!

 

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Potz Holzöpfel und Zipfelchappe

Schade. Warum eigentlich nicht? Aber vielleicht auch „nur“ einen iPod touch? Meine 3. Klässler haben doch auch gerade einen iPod touch erhalten, hi, hi, hi! Also ich finde, man sollte ein wenig mit der Zeit gehen. Nein, also wirklich. Andrea Jansen meint dazu allerdings aktuell: «Kasperli lebt in einer Fantasiewelt. Er kriegt also auch bei uns nicht plötzlich ein iPhone und hat keinen Facebook-Account.»
Das Projekt startet laut Frau Jansen in diesem Sommer. Zusammen mit den Autoren Nik Hartmann (39) und Nadja Zimmermann (35) wolle man die Tradition weiterführen, die Ende der 60er Jahren durch Jörg Schneider ins Leben gerufen wurde und dann 1995 ein Ende fand, weil Herr Schneider nicht mehr wollte. Kann man ja auch nachvollziehen, oder? Wer will schon freiwillig sein Leben lang den „Kasper“ machen? Und nun gibt’s eben am 23. März mit den beiden Erzählungen «De Seegeischt im Fürwehrweiher» und «S verzauberete Flugzüüg» eine Neuauflage. Andrea Jansen sagt dazu: «Kasperli ist frech, mutig und hat immer die besten Ideen!»

Stimmt: Kasperli hat immer die besten Ideen. Aber ich persönlich finde es sehr schade, dass es Kasperli nicht zumindest versucht, ein wenig im digitalen Zeitalter anzukommen. Vielleicht hätte er ja auch die besten Apps? Wäre es nicht sehr spannend, wenn er mit einem „Hexen-App“ gegen all die bösen Hexen kämpfen und sie besiegen kann? Oder wie er mithilfe eines Cockpit-Apps das verzauberte Flugzeug sicher landet? Oder wie er via WhatsApp seine Freunde herbeiruft, um so allen üblen Schurken das Handwerk zu legen? Oder wie er mit dem Kompass aus dem Wald herausfindet? Oder mit der integrierten Fotokamera das einzige Beweisfoto des bösen Seegeistes in HD-Qualität schiesst (oder filmt) und ihm dann endlich alle glauben? Also mich würden solche Geschichten brennend interessieren.

Zum Schutze von Kasperli (ihn gibt’s übrigens nicht als App) und seiner Autorenschar muss ich natürlich aber auch erwähnen, dass sie ja alle eben auch „nur“ digitale Imigranten sind und noch keine echten „digital natives“. Auch wenn der Kasperli nun neu geboren wird, die kommenden (eben „digital natives“) Autoren wachsen auch erst jetzt heran. Vielleicht fragen sich die kommenden Kasperli-Hörer dann plötzlich, weshalb der Kasperli nicht einfach – genau wie Papa – sein iPhone benützt, wenn er Hilfe braucht, wenn er etwas mal nicht so genau weiss oder schnell via SMS oder WhatsApp bei Mama nachfragt, was sie ihm aufgetragen hat oder was er genau tun soll, wenn die böse Schlange ihn auffressen möchte. Schliesslich weiss Mama immer Rat. Tja, leider werden wir es – mit dieser Neuauflage – wohl nie erfahren.

Zum Schluss noch: Die neuen Geschichten erscheinen auf CD und Kassette. Ja, sie haben richtig gelesen: auf Kassette. Nun, lieber Kasperli: Willkommen im Zeitalter von iDevices, MP3-Players, Tablets, iCloud und iTunes… – „wenn d’weisch, was i mein?“

Mehr zum Thema gibt’s (sicher) auf www.blick.ch

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